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GRI 302/3-3, 303/3-3, 305/3-3, 306/3-3

Unser Ziel ist es, einen integrierten Umweltansatz für den Fresenius-Konzern zu entwickeln und eine ausgewogene Sichtweise aller Funktionen in Bezug auf relevante Umwelt­aspekte zu fördern. Der Fresenius-Konzern unterliegt in seiner operativen Geschäftstätigkeit zahlreichen Richtlinien und regulatorischen Vorgaben, die jederzeit anzuwenden und einzuhalten sind. Dazu integrieren wir nationale Vorgaben in unsere internen Richtlinien, die in ISO-basierten oder daran orientierten Managementsystemen festgelegt sind.

Unser Ansatz

GRI 302/3-3, 303/3-3, 305/3-3, 306/3-3

Wir sind bestrebt, unseren Einfluss auf die materiellen Umweltaspekte sowohl im Produktions- als auch im Dienstleistungsbereich zu analysieren, da die Risiken von finan­ziellen oder den Ruf schädigenden Kosten im Zusammenhang mit Umweltklagen voraussichtlich mehr werden. Auch die Verringerung des prozessbedingten Materialverbrauchs ist für viele Branchen, die von der zunehmenden Verknappung natürlicher Ressourcen betroffen sind, von entscheidender Bedeutung. Eine gezielte Überwachung des Verbrauchs natürlicher Ressourcen und abfallverursachender Aktivitäten kann zu niedrigeren Kosten und in einigen Fällen zu neuen Geschäftsmöglichkeiten führen. Aus diesem Grund bewerten wir Trends und passen unsere Aktivitäten an, wenn wir es für notwendig erachten, um das nachhaltige, langfristige Wachstum unseres Unternehmens zu unterstützen. Im Abschnitt Fortschritte und Maßnahmen 2022 berichten wir über unsere Aktivitäten und Projekte im Geschäftsjahr. Die erzielten Ergebnisse werden im Abschnitt Evaluation dargelegt. Informationen zu Risiken finden Sie im Chancen- und Risikobericht des Geschäftsberichts 2022.

Im Fresenius-Konzernvorstand haben die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmensbereiche die Verantwortung für die operative Unternehmensführung. Die Verantwortung für Umweltmanagement regeln die jeweiligen Vorstandsgremien oder Geschäftsführungen z. B. über einen Geschäftsverteilungsplan. Der Geschäftsverteilungsplan des Fresenius-Konzernvorstands sieht hierfür kein eigenes Ressort vor. Im Rahmen der Risikoberichterstattung wird der Fresenius-Konzernvorstand quartalsweise über die Effektivität der Umweltmanagementsysteme unterrichtet, d. h. über Risiken oder Vorfälle, die das operative Geschäft, die Reputation oder die Wertschöpfungskette des Konzerns und seiner Unternehmensbereiche wesentlich beeinträchtigen könnten. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird ebenfalls quartalsweise über diese Entwicklung in Kenntnis gesetzt, der Aufsichtsrat als Gremium wird jährlich informiert. Weitere Ausführungen finden Sie im Risiko­bericht sowie im Nichtfinanziellen Konzernbericht, Abschnitt Compliance.

Auf der Ebene der Unternehmensbereiche ist das Umweltmanagement am jeweiligen Geschäftsmodell ausgerichtet. Da die Anforderungen in unseren Unternehmens­bereichen unterschiedlich sind, ist es dezentral organisiert. Gemeinsame Grundlage der Umweltmanagementansätze in unseren Unternehmensbereichen ist die Norm ISO 14001. Alle Unternehmensbereiche haben lokale, regionale oder globale Managementsysteme implementiert, um die jeweiligen Geschäftsmodelle zu berücksichtigen und die Prozesse entsprechend auszurichten. Jeder Unternehmensbereich verfügt über Funktionen, die die jeweiligen Umweltauswirkungen überwachen und steuern. Sie analysieren umweltrelevante Schwachstellen, entwickeln geeignete Standardverfahren und setzen entsprechende Maßnahmen um. Außerdem unterstützen sie ihre zertifizierten lokalen Einheiten darin, Umweltziele effektiv festzulegen, diese zu überwachen sowie verbindliche Richtlinien für alle Einheiten zu erarbeiten und umzusetzen.

Zertifizierungen und Selbst­verpflichtung

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Das Engagement unserer Unternehmensbereiche im Umweltbereich wird von externen Partnern und Aufsichtsbehörden überprüft oder auch zertifiziert. Wir erweitern die Anzahl der nach ISO 14001 zertifizierten Standorte kontinuierlich. Im Jahr 2022 kamen auf Konzernebene weitere Einheiten hinzu. Mehr Informationen zu den verschiedenen Standards sind in den Ausführungen zu den Unternehmensbereichen in diesem Kapitel zu finden.

Das Umweltmanagement der Unternehmensbereiche im Fresenius-Konzern wird durch eigene interne Fachleute oder spezielle Funktionen innerhalb der Unternehmensbereiche kontrolliert. Relevante Daten werden regelmäßig, z. B. monatlich, berichtet, um Abweichungen zu identifizieren. Treten Abweichungen auf, leiten unsere Spezialistinnen und Spezialisten eine Ursachenanalyse ein, die ausgewertet wird, und ergreifen bei Bedarf Korrektur- oder Vorbeu­gemaßnahmen. Regelmäßige, z. B. jährliche, interne Audits unterstützen die Überprüfung von Daten und Managementansätzen, sowohl für zertifizierte als auch für nicht zertifizierte Einheiten. So stellen wir sicher, dass die Aktivitäten zum Schutz der Umwelt im Einklang mit den internen Richtlinien und den gesetzlichen Bestimmungen stehen. Das übergreifende Ziel ist, die Effizienz unserer Managementsysteme zu verbessern und deren Anwendungsbereich auf neue oder noch nicht integrierte Standorte auszuweiten, damit wir die Wirksamkeit der bestehenden Verfahren und Systeme gewährleisten können.

Zertifizierungen und Standards Fresenius-Konzern

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  20221
Externe Standards (ISO 14001) 46 %
Regulatorische Standards (z. B. lokale Vorgaben) 100 %
Interne Standards 100 %
1 Es sind die Einheiten inkludiert, für die Umweltdaten konsolidiert werden. 
Fresenius Medical Care

Im Rahmen des Umweltmanagements beobachtet der Unternehmensbereich aktuelle Entwicklungen bei nationalen und internationalen Vorschriften zum Umweltschutz, und aktualisieren interne Richtlinien und Handbücher. Externe Zertifizierungen ergänzen die eigenen Umweltstandards, wenn sie einen Mehrwert bieten. An den Pro­duktionsstandorten sowie in Logistikzentren, Laboren und Dialysekliniken werden interne und externe Audits durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob Umweltgesetze und -vorschriften, die Anforderungen von Zertifizierungen sowie interne Richtlinien eingehalten werden. Wegen der Covid-19-­Pandemie fanden einige Audits im Berichtsjahr virtuell statt. Insgesamt sind 25 % der Produktionsstandorte nach dem Standard ISO 14001 und 5 % der Produktionsstandorte nach dem Standard ISO 50001 zertifiziert.

Umweltzertifizierungen Fresenius Medical Care

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Umweltstandard ISO 14001 ISO 50001
Zertifizierte Produktionsstandorte (%) 25 5

Ausführungen zum Umweltmanagement von Fresenius Medical Care sind in diesem Abschnitt dargestellt; Details zu Energiemanagement und Emissionen finden Sie im Abschnitt Klimaschutz – Energie und Emissionen.

Fresenius Kabi

Fresenius Kabi verfügt über eine Matrixzertifizierung sowohl für das globale Umweltmanagementsystem als auch für das Energiemanagementsystem, die jeweils durch den TÜV Rheinland jährlich auditiert und zertifiziert werden. Der Unternehmensbereich überwacht kontinuierlich, dass die zertifizierten Organisationen die für sie verbindlichen Standardverfahrensrichtlinien einhalten. Hierzu führen global bestellte Auditorinnen und Auditoren regelmäßig interne Audits in den Organisationen durch. Fresenius Kabi arbeitet daran, das Umweltmanagementsystem nach dem interna­tionalen Standard ISO 14001 und das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 bis zum Jahr 20261 weltweit an allen Produktionsstätten einzuführen. Um das Ziel zur Einführung der Managementsysteme zu erreichen, hat der Unternehmensbereich einen ambitionierten Implemen­tierungsplan aufgestellt und arbeitet konsequent an dessen Umsetzung. Mit der Erweiterung der Abdeckung der Managementsysteme möchte Fresenius Kabi seine Umwelt- bzw. Energieleistung kontinuierlich verbessern. Derzeit sind 39 Produktionsstätten von Fresenius Kabi gemäß ISO 14001 zertifiziert, darin enthalten sind 6 Produktionsstätten, die im Jahr 2022 in die Zertifizierung aufgenommen wurden. Darüber hinaus sind 27 Produktionsstätten nach ISO 50001 zertifiziert, einschließlich 7 Produk­tionsstätten, die im Jahr 2022 zur Zertifizierung hinzukamen. Ausführungen zum Umweltmanagement von Fresenius Kabi finden Sie im Abschnitt Umweltmanagement in den Unternehmensbereichen, zu Energiemanagement und Emissionen im Abschnitt Klimaschutz – Energie und Emissionen.

1 Die Einführung wird an allen Produktionsstätten von Fresenius Kabi bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Erstellung der Zertifikate vom jeweiligen Zertifizierungsunternehmen kann sich bis ins Folgejahr erstrecken.

Umweltzertifizierungen Fresenius Kabi

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Umweltstandard ISO 14001 ISO 50001
Anzahl zertifizierter Produktionsstätten 39 27
Zertifizierte Produktionsstätten (%)1 76 53
1 %-Abdeckung der Produktionsstätten gemäß dem Ziel zur Einführung der Managementsysteme.
Fresenius Helios

Fresenius Helios hat 2020 mit der Einführung eines Umweltmanagementsystems nach ISO 14001 in Deutschland begonnen und dies auch 2022 weiter vorangetrieben. Dafür wurde im Berichtsjahr die notwendige Struktur auf Ebene des Unternehmensbereichs sowie auf Ebene der einzelnen Kliniken, etwa durch die Etablierung von Nachhaltigkeitsteams, geschaffen. Die Zertifizierung aller Helios-Kliniken soll in den kommenden Jahren über eine Matrixzertifizierung abgedeckt werden. Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 ist an allen Standorten von Helios Deutschland implementiert und die Standorte sind entsprechend extern zertifiziert.

Bei Helios Spanien wurden 2022 fünf weitere Krankenhäuser nach ISO 14001 zertifiziert. Die Gesamtzahl betrug zum Ende des Berichtsjahres 49 Krankenhäuser. Die Anzahl der nach ISO 50001 zertifizierten Krankenhäuser erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um drei auf zehn. Die Zertifizierungsaudits wurden im Jahr 2022 durchgeführt, die Ausstellung der danach gültigen Zertifikate wird zu Beginn des Jahres 2023 erwartet.

Die vier spanischen Kliniken des Segments Reproduktionsmedizin wurden alle bereits im Jahr 2021 nach ISO 14001 zertifiziert.

Umweltzertifizierungen Fresenius Helios

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Umweltstandard ISO 14001 ISO 50001
Anzahl zertifizierter Standorte
Deutschland 01 87
Spanien 53 10
Anzahl zertifizierter Standorte (%)
Deutschland 0 %1 100 %
Spanien 100 % 19 %
1 Einführung in Planung
Fresenius Vamed

Bei Fresenius Vamed wurden im Jahr 2022 keine neuen Zertifizierungen nach ISO 14001 oder ISO 50001 vorgenommen. Die Anzahl der zertifizierten Einrichtungen blieb im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Acht Standorte verfügten zum Jahresende 2022 über eine Zertifizierung nach ISO 14001. 53 Einrichtungen waren bis dahin nach ISO 50001 zertifiziert.

Umweltzertifizierungen Fresenius Vamed

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Umweltstandard ISO 14001 ISO 50001
Anzahl zertifizierter Einheiten 8 53
Anzahl zertifizierter Einheiten (%)1 100 100
1 %-Abdeckung auf Basis der Einheiten, für die der Standard relevant ist. 

Umweltmanagement in den Unter­nehmensbereichen

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Fresenius Medical Care

Die weltweit geltende Umweltrichtlinie ist das Rahmenwerk für das Umweltmanagement von Fresenius Medical Care. Darin ist festgelegt, wie die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt gesteuert und überwacht werden. Für das weltweite Datenmanagement und die korrekte Berichterstattung über Umweltindikatoren in den Bereichen Energie, Treibhausgasemissionen und Wasser wurden weitere Richtlinien festgelegt. Im Jahr 2023 sollen diese Vorgaben im Einklang mit internen und externen Anforde­rungen an die Berichterstattung um zusätzliche Indikatoren erweitert werden, z. B. für Abfall und Abwasser.

Life Cycle Assessments

Für ausgewählte Produkte führt Fresenius Medical Care vereinfachte Produktlebenszyklusanalysen durch, um ­Auswirkungen auf die Umwelt zu bewerten. Ziel ist, die Lebenszyklusphase mit den größten Auswirkungen sowie die Prozesse und Materialien zu identifizieren, auf die sich der Unternehmensbereich konzentrieren muss, um die Ökobilanz der Produkte und Dienstleistungen zu verbessern. Produktlebenszyklusanalysen führt Fresenius Medical Care bereits für den Großteil der bestehenden Medizin­produkte durch und erweitert sie nun schrittweise auf Einwegartikel. Darüber hinaus wurde damit begonnen, für wichtige Einwegartikel ausführliche vergleichende Lebenszyklusanalysen durchzuführen.

Fresenius Kabi

Der Schwerpunkt des Umweltmanagementsystems bei Fresenius Kabi liegt auf der Verbesserung der Umweltleistung und der Vermeidung von Umweltvorfällen. Daraus ergeben sich wesentliche Chancen, wie z. B. den Energie- und Wassereinsatz sowie Abwasser, Abfall und Emissionen im Verhältnis zur Produktionstätigkeit zu verringern.

Ein Handbuch für das jeweilige Managementsystem sowie Standardverfahrensanweisungen geben den zertifizierten Einheiten die Rahmenbedingungen für ihr lokales Umwelt- bzw. Energiemanagementsystem vor.

Das lokale Management überprüft das jeweilige Umweltmanagementsystem mindestens jährlich, um die fortdauernde Einhaltung der geltenden Vorgaben, die Wirksamkeit der Systeme sicherzustellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Diese lokalen Management-Reviews werden zusammengeführt, analysiert und durch die globale EHS-Funktion (Environment, Health and Safety) von Fresenius Kabi bewertet. Wenn Abweichungen zu den Anforderungen des ISO 14001- oder des ISO 50001-Managementsystems festgestellt werden, werden entsprechende Korrekturmaßnahmen eingeleitet. Basierend auf den lokalen Management-Reviews legt die globale EHS-Funktion den zuständigen Mitgliedern des Vorstands und anderen relevanten Funktionen des Unternehmensbereichs einen globalen Management-Review vor. Darüber hinaus berichtet die globale EHS-Funktion vierteljährlich über die Umwelt- und Energieleistung von Fresenius Kabi anhand von Kennzahlen und gibt einen aktuellen Überblick über die Einführung der Managementsysteme nach ISO 14001 und ISO 50001.

Fresenius Kabi hat weltweit verbindliche Umweltricht­linien implementiert, die den unternehmensweiten Rahmen für den Umweltschutz in allen Fresenius-Kabi-Organisa­tionen bilden. Diese Umweltrichtlinien legen allgemeine Grundsätze für die Behandlung und Minderung von Umweltrisiken sowie die Vorbeugung von Umweltvorfällen fest. Einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen erwartet Fresenius Kabi auch von seinen Zulieferern; dies ist im Verhaltenskodex für Lieferanten festgelegt. Darüber hinaus berücksichtigt der Unternehmensbereich seit dem Jahr 2021 Nachhaltigkeitskriterien in Entscheidungsprozesse zu neuen Projekten, wie z. B. der Entwicklung von Produkten oder Kapazitäts­erweiterungen.

Produktionsstandorte müssen Maßnahmen zum Schutz der Umwelt identifizieren, die mit Umweltaspekten ihrer Aktivitäten und Dienstleistungen verbunden sind. Dies kann umfassen: Abgabe von Emissionen in die Luft, ins Wasser oder in den Boden, Nutzung von Rohstoffen und natürlichen Ressourcen, Abfall und Abwasser, Verpackungen und Transport sowie weitere lokale Umweltaspekte. Umweltauswirkungen der Organisationen werden bewertet und, falls notwendig, Maßnahmen zum Umweltschutz durchgeführt sowie auf ihre Wirksamkeit geprüft. Darüber hinaus iden­tifiziert Fresenius Kabi durch interne Audits weitere Verbesserungsmöglichkeiten und entwickelt gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort geeignete Maßnahmen, um diese Potenziale zu erschließen. Im Rahmen eines Audits wird überprüft, wie die Umweltaspekte von der jeweiligen Organisation bewertet und ob für wesentliche Umweltaspekte Ziele festgelegt wurden. Ziele und entsprechende Maßnahmen werden vom Auditor oder der Auditorin bei Inspektionsbesuchen oder anhand von Aufzeichnungen überprüft. Dies wird insbesondere an zertifizierten Standorten durchgeführt. Darüber hinaus wird während interner Audits die Vorbereitung auf Notfälle, einschließlich Starkwetterer­eignisse, Überschwemmungen, Erdbeben oder Wirbelstürmen, je nach Relevanz oder Standort, überprüft. Die Häu­figkeit globaler interner Audits hängt von identifizierten Abweichungen in vorherigen Audits, Umweltvorfällen, dem Zertifizierungsstatus oder der Bewertung der Management-Reviews ab und kann zwischen einem und vier Jahren variieren. Die weltweiten internen Audits werden von der globalen EHS-Abteilung durchgeführt. Aufgrund der 2022 andauernden Covid-19-Pandemie wurden die meisten Audits virtuell durchgeführt.

Fresenius Kabi verfügt über einen Meldeprozess für Umweltvorfälle wie z. B. Verstöße gegen Umweltvorgaben, Verschmutzungen durch unkontrolliert ausgetretene Stoffe oder Beschwerden von Dritten. Die Umweltvorfälle werden intern erfasst und – abhängig von der Auswirkung des Umweltvorfalls – in fünf Stufen kategorisiert. Sie werden von den lokalen Verantwortlichen an die globale EHS-Funktion berichtet. Falls erforderlich, leitet Fresenius Kabi sie unverzüglich an die zuständigen Behörden weiter. Die Umweltvorfälle werden analysiert, um ihre Ursache zu ermitteln und zukünftige Vorfälle zu vermeiden.

Fresenius Helios

Die Gesundheit der Menschen wird durch die Umwelt unmittelbar beeinflusst. Deshalb sieht sich Fresenius Helios als Krankenhausbetreiber in der Verantwortung, das Klima und die Natur zu schützen. Mit seinem Umweltmanagement arbeitet der Unternehmensbereich kontinuierlich daran, die aus dem Klinikbetrieb hervorgehenden potenziellen Umweltbelastungen zu verringern. Dabei ist es das Bestreben von Fresenius Helios, seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu kontrollieren und zu reduzieren. Außerdem möchte der Unternehmensbereich das Bewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Umwelt schärfen und damit die ökologische Nachhaltigkeit der Krankenhäuser langfristig verbessern.

In Deutschland ist der Geschäftsbereich Infrastruktur für das Energie- und Umweltmanagement der Helios-Kliniken verantwortlich. Er unterstützt u. a. beim zentralen Einkauf von Produkten oder Dienstleistungen sowie beim Austausch von erprobten Verfahren. Der Geschäftsbereich berichtet direkt an den Geschäftsführer des operativen internationalen Geschäfts (COO) der Muttergesellschaft Helios Health.

In Spanien ist das Umweltmanagement Teil der opera­tiven Betriebsführung und wird vom Fachbereich Quali­tätsmanagement sowie von den lokalen Umweltmanagementausschüssen der Krankenhäuser durchgeführt. Die Konzern-Managementrichtlinie, die für Helios Spanien insgesamt gilt, folgende Verpflichtungen: die Umwelt schützen und erhalten, Umweltinitiativen fördern, Umweltschutz- und Umweltschutzmaßnahmen anwenden und die geltenden Anforderungen erfüllen. Im Jahr 2022 wurde zudem auf zentraler Ebene ein Umweltausschuss mit interdisziplinärer Beteiligung eingerichtet, der Bemühungen bündelt und Projekte zur Verbesserung des Umweltmanagements in Krankenhäusern aufeinander abstimmt. Seit 2021 erarbeiten und fördern diverse Arbeitsgruppen Umweltvorgaben und unterstützen die Krankenhäuser bei der Implementierung. Die Vorgaben dienen dazu, das Bewusstsein für Umwelt zu schärfen und dem Klimawandel durch einen optimierten Energieeinsatz entgegenzusteuern.

Weiter gehört das Segment dem Bündnis Clúster de Cambio Climático an, organisiert von Forética, einem führenden Unternehmensnetzwerk für Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung in Spanien und Lateinamerika. Der Zusammenschluss trifft sich jährlich dreimal, um gemeinsam mit Fachleuten und Behörden ein bestimmtes Thema zu diskutieren, bewährte klimarelevante Praktiken in der Privatwirtschaft zu bewerten sowie den Austausch und die Transparenz zwischen den Unternehmen zu fördern.

Auch das Segment Reproduktionsmedizin hat sich verpflichtet, das Geschäft auf nachhaltige Weise zu entwickeln, Umweltverschmutzung zu vermeiden sowie die Umweltauswirkungen der Tätigkeiten zu minimieren, indem das Segment die natürlichen Ressourcen und Energie effizienter nutzt.

Darüber hinaus trägt das Segment mit allen notwendigen personellen und materiellen Ressourcen dazu bei, dass sämtliche Aktivitäten in Übereinstimmung mit Umweltschutzstandards durchgeführt werden. Das schließt auch die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein. Um außerdem das Bewusstsein für Energieeffizienz, Abfalltrennung und Umweltschutz zu verbessern, entwickelt und kommuniziert die Qualitätsabteilung des Segments in Spanien Initiativen.

Das Segment Reproduktionsmedizin hat zur Steuerung des Umweltbereichs in Spanien ein integriertes Managementsystem eingeführt. Seine Verantwortlichen berücksichtigen und bewerten u. a. die Bereiche Energieverbrauch, atmosphärische Emissionen, Wärme-, Lärm- und Erschütterungs-Emissionen, Wasser- sowie Bodenverschmutzung. Neben der zuständigen Person zur Überwachung und Kontrolle des Umweltmanagements, ist die Verpflichtung zum Umweltschutz in der gesamten Organisation verankert.

Fresenius Vamed

Fresenius Vamed hat nationale und internationale Vorschriften zum Umwelt- und Klimaschutz kontinuierlich im Blick. Interne Grundsätze, Leitlinien und Standardhandlungsanweisungen werden bei Bedarf entsprechend aktualisiert. Einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen erwartet der Unternehmensbereich auch von seinen Zulieferern; dies ist im Verhaltenskodex für Geschäftspartner festgelegt. Die Verantwortlichkeiten und Prozesse für den Umweltbereich von Fresenius Vamed werden gemeinsam mit den relevanten Konzernfunktionen von Fresenius erfasst und in einer internen Prozessdokumentation festgehalten.

Unsere Ambitionen

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Im Februar 2022 hat der Vorstand der Fresenius Management SE ergänzend zu den bestehenden Programmen ein Klimaziel für den Fresenius-Konzern beschlossen. Der Fresenius-Konzern will im Jahr 2040 klimaneutral sein und bis zum Jahr 2030 die Scope-1- und Scope-2-Emissionen absolut um 50 % reduzieren, im Vergleich zum Jahr 2020. Weiterhin werden wir den Einfluss der Scope-3-Emissionen zukünftig bewerten, um sie ebenfalls in unsere Ziele mit aufnehmen zu können.

Derzeit entwickeln wir Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators – KPIs) auf Konzernebene zur Messung unserer Umweltleistung weiter, die auch Eingang in die zukünftige variable Vorstandsvergütung finden sollen. Ausführungen hierzu finden Sie im Vergütungsbericht des Geschäftsberichts 2022.

Die im Berichtsjahr unternommenen Anstrengungen im Umweltbereich zielen darauf ab, das Konzernziel zu unterstützen. Jeder Unternehmensbereich verfolgt darüber hinaus einen eigenen Ansatz im Hinblick auf Umweltmanagement.

Fresenius Medical Care bewertet derzeit auch die Scope-3-Emissionen aus Geschäftsaktivitäten und Anlagen entlang der Wertschöpfungskette, die es nicht besitzt oder steuert. Auf Basis dieser Daten will der Unternehmensbereich die Aufnahme von Scope-3-Zielen in den Umsetzungsplan für die Klimaziele prüfen. In der Scope-3-Bewertung richtet Fresenius Medical Care einen speziellen Fokus auf fünf Kategorien, die der Unternehmensbereich für das Geschäft als besonders relevant bewertet: eingekaufte Güter und Dienstleistungen, vorgelagerter Transport und Verteilung, im Betrieb anfallende Abfälle, Nutzung der verkauften Produkte und Umgang mit verkauften Produkten an deren Lebenszyklusende. Es ist geplant, spätestens in der Berichterstattung zum Geschäftsjahr 2024 auch über Daten zu den Scope-3-Emissionen zu informieren.

Der Unternehmensbereich Fresenius Kabi arbeitet kontinuierlich daran, sein Umweltmanagement zu verbessern und negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Die zertifizierten Organisationen setzen sich lokale Ziele, um die Umwelt- und Energieleistung stetig zu verbessern, u. a. für Abfall, Wasser, Abwasser und den Energieverbrauch.

Helios Deutschland arbeitet daran, seinen Umwelt- und CO2-Fußabdruck zu verkleinern. In erster Linie soll der Verbrauch der Energieressourcen verringert werden. Ziel ist es, den Energieverbrauch in allen Kliniken bis Ende 2023 um 20 % zu senken.

Helios Spanien hegt festgelegte, übergreifende Ambitionen und definiert die Umweltziele für jedes Krankenhaus jährlich lokal. Seit 2020 bestehen klare Ziele, um den Strom- und Gasverbrauch in allen Kliniken zu reduzieren. Weiter hat sich Helios Spanien umfassende Ziele gesteckt, um das Umweltbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken, den Energieeinsatz zu verbessern sowie die CO2-Emissionen in allen Krankenhäusern zu dokumentieren. Dazu soll zunächst die Infrastruktur der Krankenhäuser analysiert, dann die Eigenerzeugung von Energie erhöht und die Ausstattung verbessert werden.

Das Segment Reproduktionsmedizin hat für die Jahre 2022 und 2023 zwei strategische Hauptziele im Umweltbereich festgelegt. Zum einen soll das Bewusstsein und die Sensibilisierung der gesamten Organisation in Bezug auf den Umweltschutz verbessert werden. Ziel ist es, die ordnungsgemäße Nutzung von Ressourcen und Recycling zu fördern. Zum anderen möchte das Segment die nach ISO 14001 zertifizierten Zentren diesbezüglich kontinuierlich weiterentwickeln.

Fresenius Vamed strebt weiterhin an, die Strategie auf Basis von Nachhaltigkeitskriterien zu bewerten und Kenn­zahlen zu identifizieren, die der langfristigen strategischen Weiterentwicklung dienen. Fresenius Vamed intensiviert außerdem den Fokus auf Effizienzmaßnahmen, Investitionen in die Produktion von erneuerbaren Energien und Wärmeerzeugungen, um den CO2-Ausstoß entsprechend des Konzernziels weiter zu senken.

Fortschritte und Maßnahmen 2022

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Der Fresenius-Konzern hat im Berichtsjahr verschiedene Maßnahmen und Projekte initiiert, um das im Februar 2022 verabschiedete Konzern-Klimaziel zu erreichen. Regelmäßig kommen in der Arbeitsgruppe Klimaziel die Umweltverantwortlichen der Unternehmensbereiche und Vertreterinnen und Vertreter der Konzernfunktion Investor Relations & Sustainability zusammen und tauschen sich zu der Entwicklung von Maßnahmen sowie der Koordination entsprechender Aktivitäten aus. Als eine der ersten Maßnahmen bezieht Helios Deutschland beispielsweise seit 2022 Grünstrom mit Herkunftsnachweisen aus erneuerbaren Quellen.

Seit 2021 entwickelt Helios Deutschland eine Systematik zur Erfassung und Auswertung der Scope-3-Emissionen. Bei Helios Spanien wurden im Berichtsjahr die Emissionen aus dem Abfallmanagement sowie aus Geschäftsreisen mit  Flugzeug und Bahn berechnet. Darüber hinaus wurden die Ausstöße der Fahrtwege von Beschäftigten zu ihrem Arbeitsplatz anhand einer Mobilitätserhebung geschätzt.

Weitere Informationen zum Thema Klimaschutz finden Sie im Abschnitt Klimaschutz – Energie und Emissionen. Die Scope-1- und Scope-2-Emissionen des Berichtsjahrs finden Sie dort im Abschnitt Evaluation.

Darüber hinaus haben unsere Unternehmensbereiche im Bereich Umweltmanagement Fortschritte erzielt, über die wir nachfolgend berichten.

Fresenius Medical Care

Im Jahr 2022 hat der Unternehmensbereich innerhalb seiner zentralen Nachhaltigkeitsabteilung einen Bereich einge­richtet, der für das globale Umweltmanagement verantwortlich ist. Für das Umweltmanagement in den Dialysekliniken ist die Geschäftsführung des weltweiten Segments Care Delivery zuständig, das am 1. Januar 2023 im Rahmen des neuen Betriebsmodells eingeführt wurde. Das zweite globale Segment Care Enablement wurde ebenfalls zum 1. Januar 2023 eingeführt. Es ist für eine umweltfreundliche Produktion, Lieferkette und Produktentwicklung sowie einen nachhaltigen Vertrieb im Produktgeschäft verantwortlich. Der Vorstand wird bei Bedarf über Fortschritte informiert. Auch im Jahr 2022 hat sich das weltweite Netzwerk von Umweltexpertinnen und -experten regelmäßig über erfolgreiche Ansätze im Umweltschutz ausgetauscht. Themen waren Energie- und Abfallmanagement, Dekarbonisierung und Wasser. Diese Expertengruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der neuen globalen Strukturen des Unternehmens liefert Beiträge zur Umsetzung der Umweltstrategie und zu den Zielen.

Fresenius Medical Care hat zudem weiter bewertet, inwiefern Umweltfaktoren wie Wasserstress, Anfälligkeit für Auswirkungen des Klimawandels und das Abfallmanagement Risiken für das Geschäft darstellen können. Um intern das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen, wurde auf Basis der Ergebnisse der weltweiten Managementprozess und -katalog für Umweltrisiken aktualisiert. Es ­wurden jedoch keine wesentlichen neuen Risiken in diesem Bereich identifiziert. Im Jahr 2022 hat Fresenius Medical Care außerdem die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) weiter in das Risikomanagement integriert. Klimabezogenen Risiken und Chancen überprüft der Unternehmensbereich jährlich.

Fresenius Kabi

Fresenius Kabi hat im Berichtsjahr die Einführung des Umweltmanagementsystems an den dafür vorgesehenen Produktionsstätten vorangetrieben. Die globale EHS-Funktion unterstützt die lokalen Organisationen bei der Vor­bereitung und Implementierung des Managementsystems und der Zertifizierung nach ISO 14001.

Seit 2019 hat Fresenius Kabi eine interne Informationsplattform, das Global Competence Cluster (GCC) Energie und Wassermanagement, die allen Produktionsstandorten zugänglich ist. Verfahrensverbesserungen und Informationen können so global ausgetauscht werden. Im Jahr 2022 führte das GCC eine interne Kampagne durch, um das Bewusstsein für das Umweltmanagement zu schärfen und Ansätze zur Verbesserung des Wasser- und Energiemanagements an seinen Standorten zu entwickeln. Im Rahmen der Kampagne wurden mehr als 70 Ideen von rund 25 Standorten zum Thema Umweltschutz entwickelt. Die Ideen wurden von einer internen Jury bewertet, die die besten Beiträge in den drei Kategorien Energie, Wasser und Sensibilisierung auswählte. Diese sollen in konkrete Projekte münden, um die Umweltschutzbemühungen von Fresenius Kabi weiter zu verbessern und die Effizienz beim Einsatz von Energie und Wasser zu erhöhen. Beispiele finden Sie in den Abschnitten Wassermanagement und Klimaschutz.

Darüber hinaus hat der Unternehmensbereich einen Katalog mit vorbildlichen Umweltmanagementpraktiken für seine Produktionsstätten. Alle Produktionsstandorte wurden gebeten, zu überprüfen, ob die Beispiele auch an auf ihren Standort zutreffen. Auf der Grundlage dieser Bewertungen wird die globale EHS-Funktion gemeinsam mit den Produktionsstätten an der Umsetzung arbeiten.

Fresenius Helios

Im Juli 2022 hat Helios Deutschland zur Steuerung seiner Umweltaktivitäten das Helios Nachhaltigkeitsboard gegründet. Es tagt einmal monatlich. Ihm gehören unter der Federführung der Stabsstelle Nachhaltigkeit die Geschäftsführung von Helios Deutschland sowie die Leitungen der relevanten Zentralen Dienste wie Einkauf und Logistik, der Geschäftsbereich Infrastruktur, Compliance und Hygiene an. Nicht ständige Mitglieder, die je nach Themenschwerpunkt am Nachhaltigkeitsboard teilnehmen, sind Leitungen der Zentralen Dienste Risikomanagement, Apotheke, Medizintechnik, Arbeitssicherheit, Personal, IT und Datenschutz. Das Board steuert alle Themen rund um das Umwelt- und Energiemanagement. Dazu gehören z. B. die Sicherstellung und das Monitoring des Klimaziels und der ISO 50001 ­Zertifizierung. Des Weiteren ist es verantwortlich für die Bewertung von Mitarbeitervorschlägen aus dem Kontext Nachhaltigkeit, die Steuerung übergreifender Nachhaltigkeitsprojekte im Unternehmen und die Diskussion neuer Technologien, etwa zur CO2-Reduktion. Auf Ebene der Kliniken wurden 2022 darüber hinaus unter der Leitung der ­Klinikgeschäftsführer Nachhaltigkeitsteams gebildet, die sich mit demselben Setting an Themen auf Klinikebene befassen. Diese Teams sind auch für die Umsetzung von Entscheidungen, die im Nachhaltigkeitsboard getroffen wurden, auf Klinikebene zuständig. Dabei kümmern sich die integrierten Energieteams speziell um die Umsetzung des Energiemanagementsystems nach ISO 50001.

Helios Spanien erarbeitet seit vielen Jahren Umweltziele für das Unternehmen, die in den jährlichen Unter­nehmenszielen dokumentiert werden. Im Jahr 2022 wurde ein Umweltausschuss gegründet, um Projekte zu fördern und die Umweltrichtlinien anzupassen. Die aktuellen Ziele umfassen:

  • die Umsetzung von Projekten zur Erzeugung erneuerbarer Energien,
  • die Dekarbonisierung von Industrieanlagen und
  • Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel.

Mit gemeinsamen Initiativen und der Bündelung von Kräften hat das Segment seine Einheiten bei der Verwirklichung im Berichtsjahr gefördert.

Fresenius Vamed

Fresenius Vamed verfolgt das Ziel, eine zentrale Governance-Struktur zu schaffen. Deshalb erfasst und überprüft der Unternehmensbereich weiterhin die Verantwortlich­keiten und Prozesse und schreibt Strategien zu den Kern­themen Energie und Wasser im Berichtsjahr fest.

Evaluation

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Im Berichtsjahr haben wir weiter daran gearbeitet einen integrierten Umweltansatz für den Fresenius-Konzern vorzubereiten und eine ausgewogene Sichtweise aller Funk­tionen in Bezug auf relevante Umweltaspekte zu fördern. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, wie auch im Abschnitt Fortschritte und Maßnahmen 2022 erläutert. Mithilfe von internen und externen Audits werden Verbesserungspotenziale auf lokaler wie globaler Ebene erfasst und Maßnahmen ergriffen, um die Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern.

Im Berichtsjahr wurden über die Hinweisgebersysteme keine Umweltvorfälle berichtet, deren Auswirkungen wesentlich für die finanzielle Position oder Reputation des Unternehmens gewesen wären. Weiterhin wurde kein Vorfall erfasst, bei dem die jeweilige Umgebung oder die Bevölkerung unmittelbar zu Schaden kam. Weitere Ausführungen zu Chancen und Risiken finden Sie im Chancen- und Risikobericht.

Fresenius Medical Care

An den Produktionsstandorten engagiert sich der Unternehmensbereich in lokalen Umweltprojekten, über die im Rahmen der internationalen Green & Lean-Initiative berichtet wird. Diese Initiative ermöglicht den Austausch bewährter Ansätze. Bis Ende 2022 wurden mehr als 110 Projekte gemeldet. Sie zielten z. B. darauf ab, effiziente Geräte einzusetzen, um den Energieverbrauch zu reduzieren und Prozesse zum Einsparen von Wasser zu verbessern. Es wird erwartet, dass mit diesen Projekten mehr als 18.000 MWh Energie eingespart (0,7 % des gesamten Energieverbrauchs), 4.400 Tonnen CO2-äquivalente Emissionen vermieden (0,6 % der gesamten Scope-1- und Scope-2-Emissionen), über 88.000 m3 Wasser (0,2 % des gesamten Wasserverbrauchs) eingespart und mehr als 270 Tonnen Abfall recycelt oder wiederverwertet werden können. Umweltaspekte berücksichtigt Fresenius Medical Care auch bei wissenschaftlichen Aktivitäten. Im Jahr 2022 wurde z. B. gemeinsam mit anderen Institutionen eine Studie über die Auswirkung des Klimawandels auf Dialysepatientinnen und -patienten durchgeführt. Weitere Informationen zum Klinischen Studienmanagement finden Sie im Kapitel Digitale Transformation und Innovation in diesem Bericht.

Fresenius Kabi

Im Jahr 2022 wurden bei den globalen internen Audits nach ISO 14001 und ISO 50001 sowie durch den TÜV Rheinland im Hinblick auf die Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001 keine systematischen Abweichungen festgestellt. Dennoch wiesen einige Beobachtungen an lokalen Standorten der Fresenius Kabi Verbesserungspotenzial auf, z. B. beim Wissensstand über das lokale Energiemanagement. Um dies zu unterstützen, wurden regelmäßige Schulungen auf globaler und lokaler Ebene durchgeführt bzw. im Jahr 2022 wiederholt.

Fresenius Kabi hat im Berichtsjahr 2022 Umweltvorfälle in seinem internen Berichtssystem dokumentiert. Falls erforderlich, wurden die lokalen Behörden unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls informiert. Notwendige Maßnahmen wurden ergriffen, um die Umweltauswirkungen des jeweiligen Vorfalls zu reduzieren. Fresenius Kabi hat die Umweltvorfälle darüber hinaus an den betroffenen Standorten zum Anlass für Präventivmaßnahmen wie beispielsweise Schulungen genommen, um zukünftige Ereignisse zu vermeiden. Kein Vorfall hat zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Umwelt, der Biodiversität oder der umliegenden Bevölkerung geführt.

Fresenius Helios

Helios Deutschland führt im Rahmen seines Energie­managements interne und externe Energie-Audits an den Klinikstandorten durch. Im Rahmen der Überwachung wird betroffenes Personal sensibilisiert, wo Einsparpotenziale sowie steigende Energieeffizienz möglich sind, und welche Maßnahmen damit zusammenhängen. Die Auswirkungen auf die Energieeffizienz werden innerhalb des Energiemanagementsystems regelmäßig überwacht und evaluiert. Dieser Prozess fügt sich in die kontinuierliche Verbesserung nach den Ansprüchen der ISO 50001 ein. Helios Spanien setzt sich jährlich Ziele. Zur objektiven Bewertung des Zielfortschritts führen die Krankenhäuser vierteljährliche Selbstevaluierungen durch. Alle sechs Monate evaluiert das Segment die Fortschritte.

Fresenius Vamed

Im Rahmen der Fresenius-Kennzahlenentwicklung hat ­Fresenius Vamed Ziele für 2023 definiert und die Verbrauchsdaten quartalsweise gemessen. Bei Abweichungen vom Zielpfad werden zukünftig Maßnahmen durchgesetzt. 2022 wurde ein erster Probelauf durchgeführt. Die Datensammlungs-, Validierungs- und Freigabeprozesse sowie die Dokumentationsvorgaben sind definiert und werden im Rahmen von Audits bewertet. Im Berichtsjahr kam es zu keinem Umweltvorfall in den Gesundheitseinrichtungen in Europa.