Skip to content
Ziele und Ambitionen

In unseren Gesundheitseinrichtungen fokussieren wir uns auf Ziele, die die Behandlungsqualität, die Pflege sowie die Zufriedenheit von Patientinnen und Patienten abbilden.

Neben der Behandlungsqualität messen und kontrollieren wir auch solche Kennzahlen, die sich aus der Patientensicherheit ableiten. Helios Deutschland hat die Implementierung von Maßnahmen, die aus Haftpflichtfällen abgeleitet wurden, für Klinikleitungen sowie Chefärztinnen und -ärzte in einem Fokusziel Patientensicherheit verankert. Dadurch sollen die Aufarbeitung von patientensicherheitsrelevanten Vorfällen und die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen gefördert werden.

Um die Qualität der Behandlungen in den Krankenhäusern zu messen, legt Fresenius Helios Unternehmensziele u. a. mittels der E-IQI(España Inpatient Quality Indicator)-Methodik in Spanien und der G-IQI(German Inpatient Quality Indicator)-Methodik in Deutschland fest. Die als Kennzahlen erhobenen Indikatoren sind ein quantitatives Maß, mit dem die medizinische Qualität beurteilt und bewertet werden kann. Dabei nutzt der Unternehmensbereich für jede stationäre Krankenhausbehandlung bzw. jeden stationären Fall Vergleichsmessungen mit Referenzwerten des Statistischen Bundesamtes zum Bundesdurchschnitt in Deutschland oder vergleichbaren nationalen Werten in Spanien. Ziel ist es, bei der entsprechenden Indikation jeweils besser als der nationale Durchschnitt zu sein. Weitere Qualitätsziele in unseren Krankenhäusern in Spanien beziehen sich auf die Patientenzufriedenheit und werden u. a. über den Net Promoter Score (NPS) gemessen.

Im Berichtsjahr 2022 hat Helios Spanien seine Strategie im Bereich Patientensicherheit für den Zeitraum 2023 bis 2026 aktualisiert, die grundlegend für verschiedene Ziele und deren Verbesserung ist. Sie wurde von sieben auf acht strategische Themen erweitert. Damit deckt sie die wichtigsten Handlungsfelder von Fresenius Helios in Spanien und Lateinamerika ab, um sicherzustellen, dass in den Krankenhäusern eine hochwertige Pflege angeboten wird und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gewährleistet ist. Neu sind: Patientensicherheit und Digitalisierung, Qualifizierung und Sicherheit von Fachkräften sowie Patientensicherheit in spezifischen Gesundheitsprozessen (Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett; zeitabhängige Pathologien; fragile Patientinnen und Patienten). Die Ziele ergänzen die bereits etablierten Maßnahmen und Prozesse um eine strategische Relevanz für alle von uns geführten Krankenhäuser in Spanien.

Organisation und Verantwortlichkeiten

Der Unternehmensbereich Fresenius Helios wird über die Holding Helios Health gesteuert. Aufgrund der unterschiedlichen nationalen regulatorischen Rahmenbedingungen und Standards sowie von Unterschieden in den Geschäftsmodellen liegt die Verantwortlichkeit für Patienten- und Produktsicherheit bei den Geschäftsführungen der einzelnen Segmente. Die Ausgestaltung der Managementansätze der Segmente wird innerhalb der jeweiligen Geschäftsführungen geregelt, z. B. über einen Geschäftsverteilungsplan.

Aufgabe der Lenkungsgruppe Qualitätsmanagement in Deutschland ist es, quartalsweise die zentralen Steuerungsprozesse des medizinischen Qualitätsmanagements und der Patientensicherheitsmaßnahmen abzustimmen. Ebenfalls quartalsweise bewerten die medizinischen Führungsgremien der Krankenhäuser gemeinsam mit den Medical Consultants sämtliche berichtspflichtigen Kennzahlen. Zu den Einrichtungen mit auffälligen Werten (verdächtige Qualitätskennzahlen bzw. Meldefälle in Bezug auf Patientensicherheit) finden in der Folge Berichtstermine mit der Lenkungsgruppe statt, um Maßnahmen festzulegen, die noch im Laufe eines Jahres umgesetzt werden müssen. Das können z. B. auf Klinikebene Peer-Reviews sein oder auf Unternehmensebene, wenn erforderlich, standortübergreifende Qualitätsmanagementmaßnahmen.

In den insgesamt 30 Helios-Fachgruppen kommen die leitenden Ärztinnen und Ärzte ihrer jeweiligen Fachgebiete zusammen. Sie stellen sicher, dass das Wissen ihres medizinischen Fachgebiets in allen Kliniken verankert ist, und vertreten dieses sowohl nach innen als auch nach außen. Zudem beraten und entscheiden sie über die Einführung von Standardprozessen, die Auswahl medizinischer Produkte, sinnvolle Innovationen und über Kampagnen. Außerdem diskutieren sie Ergebnisse aus klinischen Studien und leiten daraus mögliche Änderungen von Behandlungsprozessen ab.

Die Funktion des Chief Medical Officers (CMO) von Helios Spanien ist verantwortlich für die Koordinierung der Patientenversorgung und -sicherheit sowie Forschung. Unterstützt wird die Funktion durch die Abteilung Corporate Operations. Deren Fokus liegt auf der Verbesserung von Therapien und anderen Gesundheitsangeboten sowie der Entwicklung und Vermarktung digitaler Anwendungen im ambulanten Bereich.

Im Verantwortungsbereich des CMO liegt auch die Definition jährlicher Ziele in den Bereichen Qualität, Patientensicherheit und -zufriedenheit. Diese Ziele sind in den Verträgen sowohl für direkt angestellte als auch für Vertragsärztinnen und -ärzte enthalten. Im Rahmen der jährlichen Leistungsbeurteilungen bewerten die zuständigen Führungskräfte von Helios Spanien, ob und wie die Ziele erreicht wurden.

Weiterhin wurde in Spanien die Corporate Risk Unit geschaffen, um das Risikomanagement innerhalb des spanischen Klinikverbunds zu verbessern. Die Umsetzung und Kontrolle von Maßnahmen erfolgt durch das Komitee für Patientensicherheit (Corporate Patient Safety Committee). Es ist für die Implementierung der zentralen Strategie für Patientensicherheit verantwortlich, die durch die vorgenannten Zielvorgaben gestützt wird.

Die medizinischen Fachbereiche von Helios Deutschland und Helios Spanien tauschen sich themenbezogen miteinander aus. So profitieren z. B. die deutschen Kliniken davon, dass bei Helios Spanien die ambulante und die stationäre Versorgung sehr eng vernetzt sind, und können sich diese Erfahrungen zunutze machen.

Der CMO der Helios Health koordiniert darüber hinaus Synergieprojekte zwischen den Segmenten in diesem Bereich sowie in den Bereichen medizinische Qualität und Forschung.

Richtlinien und Regularien

In Deutschland haben wir in den vergangenen Jahren ein externes Qualitätsmanagementsystem mitentwickelt, mit dem Ziel, Transparenz zu den Ergebnissen der Behandlungsqualität in den Kliniken herzustellen und diese vergleichbar zu machen. Im Jahr 2008 erfolgte der Zusammenschluss der Helios-Kliniken mit 14 anderen Klinikträgern zur Initiative Qualitätsmedizin (IQM). Mittlerweile ist IQM die größte freiwillige Qualitätsinitiative im deutschen Gesundheitswesen.

Helios Deutschland wendet bei allen Krankenhäusern das IQM-Managementsystem und die zugehörigen Qualitätsindikatoren G-IQI an. Neu akquirierte Einrichtungen werden von Beginn an in dieses Managementsystem einbezogen. Weitere Zertifizierungen umfassen die Anerkennung als medizinisches Kompetenzzentrum, z. B. für Onkologie, Diabetes, Endoprothetik oder für andere Fachrichtungen.

Helios Spanien lässt alle Kliniken und Zentren nach ISO 9001 zertifizieren. Zudem werden sie zertifiziert nach der spanischen Vereinigung für Normung UNEUNEDie ​spanische ​Vereinigung ​für ​Standardisierung ​(UNE) ​entwickelt ​die ​nationalen ​Standards. ​UNE ​repräsentiert ​Spanien ​gegenüber ​ISO. (z. B. für die Überwachung, Prävention und Kontrolle von Infektionen sowie für die Patientensicherheit) oder gemäß anderen im Krankenhausbereich anerkannten Standards (z. B. nach den Standards der Joint Commission International (JCI) sowie dem Modell der European Foundation for Quality Management (EFQM)).

Darüber hinaus hat Helios Spanien im Jahr 2022 das Goldsiegel der Joint Commission International Enterprise erhalten. Damit ist das Unternehmen die erste private Krankenhausgruppe der Welt bzw. der erste Betreiber von Gesundheitseinrichtungen in Europa, der diese Auszeichnung erhalten hat. Im Oktober 2023 wurde auf dem globalen Führungskräftekongress von JCI die Zertifizierung von Helios Spanien als Best Practice präsentiert.

Qualitätsstandards Fresenius Helios

Download(XLS, 35 kB)
  ISO 9001 IQM
Anzahl zertifizierter Einheiten 49 86
Anzahl zertifizierter Einheiten, in %1 94 100
1 Prozentuale Abdeckung auf Basis der Einheiten, für die der Standard relevant ist. ISO 9001 ist nur für Spanien relevant. IQM gilt nur für Deutschland.
Behandlungsqualität

Das Qualitätsmanagementsystem bei Helios Deutschland stützt sich auf die Abrechnungsdaten (Routinedaten) aus der Behandlung von Patientinnen und Patienten. Für die spätere Abrechnung mit den Krankenkassen dokumentieren die Kliniken jeden Behandlungsschritt. Diese Routinedaten zeigen auf, wenn eine Heilung länger dauerte als erwartet, eine Komplikation oder sogar ein Todesfall auftrat. Daraus lässt sich ableiten, ob eine Behandlung wie gewohnt verlaufen ist oder ob möglicherweise Fehler gemacht wurden. Fehler werden dann in Peer-Reviews untersucht, weitere Ausführungen dazu finden Sie im folgenden Abschnitt. Außerdem können Patientinnen und Patienten anhand der öffentlich verfügbaren Qualitätsindikatoren u. a. ablesen, wie oft bestimmte Behandlungen durchgeführt werden. Dies gibt ihnen wichtige Hinweise über die Erfahrung sowie Routine der Ärztinnen und Ärzte und hilft ihnen dabei, selbstbestimmte Entscheidungen über ihre Behandlung zu treffen.

Jede Klinik und jede Abteilung erhält monatlich einen Bericht über ihre medizinischen Behandlungsergebnisse. So können zentrale Qualitätsparameter kontinuierlich überwacht und es kann bei Bedarf frühzeitig gegengesteuert werden. Die Daten verdeutlichen zudem, wie die Häuser im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, zu anderen Helios-Kliniken oder zu den IQM-Mitgliedskliniken abschneiden.

in Mio 2023 2022 2021
Deutschland 5,5 5,5 5,4
Davon stationär 1,2 1,1 1,0
Davon ambulant 4,3 4,4 4,4
Spanien 20,3 19,4 17,1
Davon stationär 1,2 1,1 1,0
Davon ambulant 19,1 18,3 16,1

Im Jahr 2023 bewegte sich die Zahl der Patientinnen und Patienten in Deutschland etwa auf Vorjahresniveau. In Spanien stieg die Zahl im ambulanten Bereich um rund 5 % und im stationären Bereich um über 5 %.

Helios Qualitätskennzahlen

Download(XLS, 46 kB)
  2023 2022 2021
Deutschland, G-IQI-Einzelziele 2.099 2.223 2.228
Davon erreicht 1.862 1.933 1.935
Ziele erreicht, in % 88,71 87,0 86,8
Spanien, E-IQI-Einzelziele 453 45 45
Davon erreicht 23 262 282
Ziele erreicht, in % 76,71,3 60,02 62,22

Auf Basis der G-IQI-Einzelergebnisse der Krankenhäuser in Deutschland lag die Zielquote bei 88,7 %1 (2022: 87,0 %). Von den berücksichtigten Kliniken haben 21 % eine Zielquote von 100% erreicht. Weitere 40 % haben eine Zielquote von mindestens 90 % erreicht. In Spanien wurden 23 der Ziele erreicht. Die Zielquote, basierend auf allen 45 Zielen, betrug 51,1 %.

1 Die Prüfung dieser Kennzahlen als Teil der kurzfristigen variablen Vorstandsvergütung (STI) erfolgt mit hinreichender Prüfungssicherheit (reasonable assurance), wie im Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers im Nichtfinanziellen Konzernbericht ausgeführt.
2 Ungeprüft.
3 Die Zielerreichung für die Vergütung wurde auf Basis von 30 der insgesamt 45 Ziele berechnet.

Peer-Reviews

An Standorten, die einzelne Qualitätsziele nicht erreichen, analysiert Fresenius Helios die Behandlungen und Abläufe, um Verbesserungspotenzial zu identifizieren und umzusetzen. Besonders bedeutsam sind dabei die spezifischen Auditverfahren im ärztlichen und pflegerischen Bereich, die sogenannten Peer-Review-Verfahren – Falldiskussionen im Fachkollegium. In Deutschland kooperieren im Peer-Review speziell ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner aus den Helios-Kliniken sowie aus dem Netzwerk IQM und hinterfragen statistische Auffälligkeiten. Ihre Erkenntnisse lassen sich im Krankenhaus in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen – mit dem Ziel, die Sicherheit der Patientinnen und Patienten weiter zu erhöhen.

  2023 2022 2021
Deutschland 22 9 7
Spanien 1 4 4
Patientensicherheit und Meldesysteme

In allen Kliniken in Deutschland und Spanien setzt Fresenius Helios ein Berichts- und Lernsystem ein, um kritische Zwischenfälle ohne Schädigung von Patientinnen und Patienten zu melden (Critical Incident Reporting System – CIRS). Es ist anonym, in allen Bereichen einer Klinik verwendbar und dient in erster Linie dem Schutz von Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten. Auf Basis von Informationen, die über das Meldesystem erfasst werden, können mögliche Fehler in Prozessen und Abläufen sichtbar werden. Hieraus können Maßnahmen für Verbesserungen abgeleitet werden. Vierteljährlich wird zudem je eine Klinik einer Sicherheitsbegehung unterzogen. Gefahrenquellen, die für das gesamte Segment relevant sind, werden so identifiziert und können vermieden werden.

Patientenrelevante Meldungen

Download(XLS, 35 kB)
  2023 2022 2021
CIRS-Meldungen 12.442 12.066 9.055
Davon Deutschland 955 767 547
Davon Spanien1 11.487 11.299 8.508
1 Über das Meldesystem von Helios Spanien werden alle Arten von Vorfällen erfasst, d. h. sowohl Risiken und Beinaheunfälle als auch Sentinel-Ereignisse.

Darüber hinaus dient ein eigenes System dazu, regelmäßig die Patientensicherheit in den Kliniken zu erfassen. Bei Fresenius Helios besteht außerdem eine Meldepflicht für bestimmte Schadensereignisse, die über sogenannte Patientensicherheitsindikatoren (PSI) kategorisiert werden. Diese beinhalten sowohl international etablierte als auch Helios-eigene Indikatoren zur Patientensicherheit. Beispiele für solche Meldefälle sind Seitenverwechslungen im Rahmen einer Operation oder unabsichtlich belassene Fremdkörper.

Ein wichtiger Teil des Fehlermanagements von Fresenius Helios ist die Erfassung von Behandlungsfehlervorwürfen, ob berechtigt oder unberechtigt. Diese Vorwürfe umfassen in unterschiedlichem Maße alle Fachrichtungen und alle Stufen der Behandlung von Aufklärung, Diagnostik, Operation, Therapie und Nachsorge. In unseren Krankenhäusern ermutigen wir aktiv, Vorfälle zu melden, einschließlich gefährlicher oder unsicherer Bedingungen und Beinaheunfällen, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Helios Spanien verwendet ein Online-Meldesystem für alle Arten von Vorfällen – von Beinaheunfällen bis hin zu sogenannten Sentinel-Ereignissen. Letztere beschreiben nach Definition der JCI schwerwiegende Ereignisse, die die Gesundheit von Patientinnen und Patienten gefährden und zum Tod, zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden oder zu schweren, zeitlich begrenzten Beeinträchtigungen führen können. Das System ist für alle Angehörigen der Gesundheitsberufe und Krankenhausmitarbeiterinnen und -mitarbeiter zugänglich. Die Kommission für Patientensicherheit des jeweiligen Krankenhauses analysiert die gemeldeten Ereignisse mindestens vierteljährlich. Sie ermittelt Trends und Ursachen, um die notwendigen Verbesserungen umzusetzen. Diese Analyse wird ebenfalls im Meldesystem erfasst und der oder die Meldende bekommt eine Rückmeldung. 2023 wurden insgesamt 11.487 Vorfälle1 gemeldet (2022: 11.299). Außerdem kam es im Berichtsjahr zu 17 sogenannten Never Events, die sich negativ auf das Unternehmensziel Keine Never Events auswirken. Dies sind gut vermeidbare unerwünschte Ereignisse, die zu besonders schwerwiegenden Schäden bei Patientinnen und Patienten führen können. Dazu gehören etwa Patienten- und Seitenverwechslungen oder Fremdkörper, die nach Operationen im Körper zurückgeblieben sind.

Klinische Warnmeldungen sind ebenfalls ein wichtiges Instrument, das von der Medizinischen Direktion von Helios Spanien eingesetzt wird, um Zwischenfälle im Bereich der Patientensicherheit zu verhindern. Diese liefern Krankenhäusern wichtige Informationen im Zusammenhang mit unerwünschten Ereignissen und der Durchführung rechtzeitiger Interventionen. Im Jahr 2023 wurden vier Warnmeldungen an Krankenhäuser verschickt.

In Spanien haben wir zudem intensiv an der Umsetzung von Maßnahmen gearbeitet, die sich aus Haftungsfällen und gemeldeten Vorfällen ergeben haben, bei denen es aus Sicht der klinischen Praxis und der Sicherheit Verbesserungsmöglichkeiten gab. Damit soll die Einführung von Präventivmaßnahmen in allen Krankenhäusern gefördert werden, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu vermeiden. In diesem Zusammenhang hat die Medizinische Direktion von Helios Spanien im Jahr 2023 sieben Sitzungen zur Patientensicherheit und zum Risikomanagement organisiert, um Erfahrungen auszutauschen. Außerdem gibt es ein Corporate Medical Claims Committee, das vierteljährlich zusammentritt, um gemeinsam mit den medizinischen Leitungen der beteiligten Krankenhäuser Schadensfälle mit hohen Auswirkungen zu analysieren.

1 Angabe ohne öffentliche Krankenhäuser in Spanien, die per Gesetz an die zuständige Regionalregierung berichten.

Hygienemanagement in Krankenhäusern

Schwerpunkte im Hygienemanagement bilden u. a. eine engmaschige Infektions- und Erregerüberwachung, regelmäßige Hygieneschulungen des Klinikpersonals, etwa zur korrekten Händedesinfektion, die Kontrolle des Antibiotikaverbrauchs sowie die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten zu Antibiotic-Stewardship(ABS)-Fachkräften. Die Umsetzung und Einhaltung der krankenhaushygienischen Maßnahmen in den Kliniken wird von unserem speziell weitergebildeten Personal begleitet und überwacht – z. B. Hygienefachschwestern und -pflegern, Krankenhaushygienikerinnen und -hygienikern sowie Hygienebeauftragten.

Training

Helios Deutschland verfügt über drei Simulations- und Notfallakademien: in Erfurt, Krefeld und Hildesheim. Hier werden u. a. OP-Verfahren oder Krisenszenarien im OP trainiert. Darüber hinaus finden solche Trainings in den Kliniken selbst statt. In den Fachbereichen Notfallmedizin, Anästhesie, Intensivmedizin und Geburtshilfe entscheiden Beschlüsse der jeweiligen Fachgruppen über die Inhalte und die Teilnehmerzahl der verbindlichen Trainings.

In Spanien werden Trainings zu Patientensicherheit, Qualitätsmanagement sowie zu Themen, die für die Arbeitsabläufe in Krankenhäusern relevant sind, durchgeführt. 2023 fanden in den Krankenhäusern von Helios Spanien mehrere Schulungen zu Patientensicherheit und Risikomanagement statt; über 1.500 Personen nahmen daran teil. Darüber hinaus bietet Helios Spanien mehrere Online-Schulungen zur Patientensicherheit an. Sie sind obligatorisch für neue Beschäftigte und für solche, deren Tätigkeit direkt mit der Pflege zusammenhängt. Krankenhausübergreifende klinische Trainings und Treffen sollen zudem den Wissensaustausch innerhalb unseres Kliniknetzwerks fördern. Sie decken die medizinischen Fachbereiche der Gynäkologie und Geburtshilfe ab.

Patienteninformation

Mithilfe des Behandlungsvertrags sowie spezieller Aufklärungsdokumente und Datenschutzerklärungen informiert Fresenius Helios seine Patientinnen und Patienten sowie gegebenenfalls deren Angehörige innerhalb der Kliniken über den Patientenaufnahmeprozess. Das Therapieziel wird bei Aufnahme- und Entlassungsgesprächen mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprochen. Während des Aufenthalts sind auch die Pflegekräfte wichtige Kontaktpersonen und Mittler zwischen Patientinnen und Patienten, deren Angehörigen sowie dem ärztlichen Personal.

Allgemeine Schwerpunktthemen kommuniziert Fresenius Helios über ein Online-Magazin, Social Media, die Website und im Rahmen von Kommunikationskampagnen für die interessierte Öffentlichkeit. Darüber hinaus finden in allen Kliniken Informationsveranstaltungen zu spezifischen medizinischen Themen statt (Patientenakademien). Weitere Details zur Transparenz im Gesundheitsbereich finden Sie im Kapitel Strategie und Management.

Patientenzufriedenheitsmessung und Beschwerdeprozesse

Mit dem Helios-Servicemonitor misst der Unternehmensbereich an seinen deutschen Klinikstandorten einmal wöchentlich die Zufriedenheit der stationären Patientinnen und Patienten. Beschäftigte vor Ort führen mit ihnen kurze Interviews zur Pflege und zum Service durch. Die anonymisierten Daten können von jeder Klinik individuell in einem aktuellen Tages-, Wochen- oder Monatsturnus eingesehen werden. Die jeweilige Klinikgeschäftsführung und weitere autorisierte Personen erhalten die monatlichen Abfrageergebnisse, um sich ein Bild von der allgemeinen Zufriedenheit zu machen und Kritikschwerpunkte zu identifizieren. Darüber hinaus veröffentlicht Helios Deutschland Befragungsergebnisse, weiterführende Daten zur medizinischen Behandlungsqualität und Hygienekennzahlen im Internet unter dem Menüpunkt Qualität bei Helios (www.helios-gesundheit.de).

Servicemonitor Deutschland

Download(XLS, 35 kB)
  2023 20221 20211
Anzahl befragter Patientinnen und Patienten 719.025 739.660 713.382
Anteil an allen behandelten Patientinnen und Patienten, in % 64 70 70
Zufriedenheit, in % 96 96 96
1 Ungeprüft.

Typische Kritikpunkte betreffen etwa die Speisenversorgung und Reinigung, aber auch Themen wie die Kommunikation zwischen einzelnen Berufsgruppen oder Fachbereichen. Statistisch auffällige Ergebnisse werden durch das lokale Management geprüft und gegebenenfalls werden Maßnahmen getroffen.

In Spanien nutzt Fresenius Helios den NPS, um konkrete Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten, die stationär, ambulant oder als Notfall behandelt wurden, zu erhalten. Dabei wird 48 Stunden nach dem Krankenhausaufenthalt eine E-Mail an Patientinnen und Patienten verschickt, in der sie gefragt werden, ob sie das Krankenhaus und dessen Dienstleistungen empfehlen würden. Die Ergebnisse werden zentral und für jedes Krankenhaus nach Art der Behandlung und dem Behandlungsgebiet ausgewertet. Auf diese Weise sollen sich die NPS-Ergebnisse kontinuierlich verbessern.

Net Promoter Score (NPS) Spanien

Download(XLS, 35 kB)
  2023 2022 2021
Globaler NPS 60,1 56,3 49,9
Anzahl Bewertungen 818.485 652.269 534.930

Ende 2023 betrug das Wachstum des NPS im Vergleich zum Vorjahr mehr als 5 %, beeinflusst durch Verbesserungen im Bereich der Notfallmedizin.