Fresenius Helios

Unsere Umsatz- und Ergebnisziele haben wir erreicht. Die getätigten Inves­titionen im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen in Deutschland zeigen positive Effekte. Das Geschäft in Spanien wächst weiterhin dynamisch. Unsere Präsenz in Lateinamerika haben wir gestärkt.

Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören, unter dem Dach der Holding Helios Health, Helios Deutschland und Helios Spanien (Quirónsalud). Helios Deutschland betreibt 86 Krankenhäuser und rund 125 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie 8 Präventionszentren. Das Unternehmen ist damit der größte Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitäts­medizin innerhalb des gesamten Versorgungs­spektrums. Quirónsalud betreibt 47 Krankenhäuser, 71 ambulante Gesund­heits­zentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Quirón­salud ist der größte private Krankenhausbetreiber Spaniens mit einem umfassenden medizinischen Leistungsspektrum in der stationären und ambulanten Versorgung. Daneben ist das Unternehmen mit 4 Krankenhäusern sowie als Anbieter medizinischer Diagnostik in Lateinamerika aktiv.

Wirtschaftliche Entwicklung

Fresenius Helios steigerte den Umsatz im Jahr 2019 um 3 % (5% 1) auf 9.234 Mio €. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 5 %.

Der Umsatz von Helios Deutschland ging um 1 % (stieg um 3% 1) auf 5.940 Mio € zurück. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 3 % und war positiv beeinflusst durch Preiseffekte. Die Umklassifizierung der erstatteten Pflegepersonalaufwendungen aus den sonstigen betrieblichen Erträgen in den Umsatz trug ebenfalls zum Wachstum bei. Die 2018 begonnenen Maßnahmen, den Umsatz zu steigern sowie die regulatorischen Anforderungen umzusetzen, wurden erfolgreich fortgesetzt. So wurden u. a. offene Stellen im Bereich des spezialisierten medizinischen Fachpersonals besetzt. Darüber hinaus wurden die Bereiche Prävention und Arbeits­medizin ausgebaut und digitale Angebote entwickelt, u. a. das Helios-Patientenportal. Über diese Online-Plattform können Patientinnen und Patienten in Deutschland künftig ihre medizinischen Dokumente wie Arztbriefe, Befunde oder Labor­ergebnisse abrufen und Arzttermine vereinbaren.

1 Adjustiert um das zum 1. Juli 2018 von Fresenius Helios an Fresenius Vamed transferierte Post-Akut-Geschäft Deutschland

Umsatz- und Ergebnisentwicklung
in Mio € 2019 2018 Veränderung
Umsatz 9.234 8.993

3 %

    Helios Deutschland 5.940 5.970

– 1 %

    Helios Spanien 3.292 3.023 9 %
EBIT 1 1.015 1.052 – 4 %
    Helios Deutschland 576 625

– 8 %

    Helios Spanien 434 413

5 %

EBIT-Marge 1 in % 11,0 11,7
    Helios Deutschland 9,7 10,5
    Helios Spanien 13,2 13,7
Jahresergebnis 1, 2 670 686

– 2 %

  • 1 Adjustiert um IFRS 16-Effekt
  • 2 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt

Um vom anhaltenden Trend steigender ambulanter Behandlungen zu profitieren, hat Helios Deutschland 2019 die Medizinischen Versorgungszentren (MVZs) neu strukturiert und den Patientenservice gestärkt.

Der Umsatz von Helios Spanien stieg um 9 % auf 3.292 Mio €. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 7 %.

Der EBITEBIT (Earnings before Interest and Taxes)Der EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern. Abschreibungen und Zuschreibungen auf das Anlagevermögen sind im EBIT enthalten. Der EBIT errechnet sich aus Umsatzerlösen abzüglich der Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen. 1 von Fresenius Helios ging um 4 % auf 1.015 Mio € zurück (- 3 % 2). Die EBIT-MargeEBIT-MargeDie EBIT-Marge ermittelt sich aus dem EBIT im Verhältnis zum Umsatz. betrug 11,0 %. Der EBIT 1 von Helios Deutschland fiel um 8 % (- 6 % 2) auf 576 Mio €, die EBIT-Marge auf 9,7 %. Beeinträchtigt war die EBIT-Entwicklung durch Investitionen im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen.

Der EBIT 1 von Helios Spanien stieg um 5 % auf 434 Mio €. Die EBIT-Marge betrug 13,2 %.

1 Adjustiert um IFRS 16-Effekt

2 Adjustiert um das zum 1. Juli 2018 von Fresenius Helios an Fresenius Vamed transferierte Post-Akut-Geschäft Deutschland

Investitionen

Investitionsschwerpunkte in Deutschland waren Neubauten und Modernisierungen von Krankenhäusern u. a. in Duisburg, Wuppertal und Wiesbaden sowie Digitalisierungsprojekte, wie das Helios-Patientenportal.

In Spanien investierte Fresenius Helios in Erweiterungsbauten, u. a. in das Krankenhaus Hospital Quirónsalud Sagrado Corazón in Sevilla. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 20 Mio €.

Der Bau eines Protonentherapiezentrums in Madrid wurde planmäßig abgeschlossen, und im Rahmen einer Pilotphase wurde eine kleine Zahl ausgewählter Patientinnen und Patienten behandelt. Es ist das erste Zentrum dieser Art zur Krebsbehandlung in Spanien.

Akquisitionen / Krankenhausneubauten

Im Mai 2019 hat Helios Spanien ein Krankenhaus in Albacete übernommen, das das bestehende Kliniknetzwerk der Region medizinisch hervorragend ergänzt. Darüber hinaus hat das Unternehmen Digest, ein ambulantes Gesundheitszentrum in Badalona, akquiriert, sowie weitere in Alicante, Algeciras, Bilbao und Toledo eröffnet.

Die Präsenz im attraktiven privaten Krankenhausmarkt in Kolumbien hat Helios Spanien 2019 kontinuierlich ausgebaut. In der Metropole Medellín wurde die Akquisition von Clínica Medellín im April abgeschlossen. Clínica Medellín betreibt zwei Krankenhäuser mit insgesamt rund 185 Betten. Die Investitionssumme belief sich auf mehr als 50 Mio €. Die Akquisition zweier weiterer zentral gelegener Krankenhäuser in Medellín, Clínica Las Vegas und Clínica del Prado, wurde im Dezember 2019 bzw. im Januar 2020 abgeschlossen. Die Häuser verfügen über insgesamt rund 300 Betten. Das Transaktionsvolumen betrug insgesamt rund 50 Mio €.

Für das Centro Médico Imbanaco (CMI) in der Metropole Cali hat Helios Spanien einen Kaufvertrag abgeschlossen. CMI ist eines der renommiertesten privaten Krankenhäuser Lateinamerikas. Die Einrichtung verfügt über rund 350 Betten. Das Transaktionsvolumen beträgt rund 300 Mio €. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2020 erwartet. Ein weiterer Kaufvertrag wurde für die Clínica de la Mujer in der Hauptstadt Bogotá abgeschlossen. Die ­Klinik mit den Schwerpunkten Gynäkologie, Pädiatrie und Geburtshilfe erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 20 Mio €. Mit dem Abschluss der Transaktion wird im zweiten Quartal 2020 gerechnet.

Darüber hinaus hat Helios Spanien CediMed übernommen, einen der führenden Anbieter medizinischer Diagnostik- und Labordienstleistungen in Kolumbien. Das Trans­aktionsvolumen betrug rund 40 Mio €.

in Mio € 2019 2018 Veränderung
Akutkliniken Deutschland 83 83

0 %

    Betten 28.380 28.802

– 1 %

Akutkliniken Spanien 51 47

9 %

    Betten 7.288 7.019

4 %

Patientenzahlen
Deutschland
5.566.613 5.321.445 5 %
    Stationär behandelte Patienten / -innen 1.206.654 1.218.199

– 1 %

    Ambulant behandelte
Patienten / -innen
4.354.527 4.073.047 7 %
Patientenzahlen Spanien 15.396.051 13.318.066 16 %
    Stationär behandelte Patienten / -innen 845.560 437.855 93 %
    Ambulant behandelte Patienten / -innen 14.550.491 12.880.211 13 %

Regulatorische Veränderungen

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz ist am 1. Januar 2019 in Deutschland in Kraft getreten mit dem Ziel, die Personalausstattung in der Pflege zu verbessern. Jede – gegenüber 2018 – zusätzliche bzw. aufgestockte Pflegestelle am Bett wurde 2019 von den Kostenträgern vollständig refinanziert. Im Rahmen einer groß angelegten Kampagne hat Helios Deutschland zusätzliche Pflegefachkräfte in allen Krankenhäusern gewinnen können. Ab 2020 werden die Pflegepersonalkosten der Krankenhäuser aus den DRG-Fallpauschalen ausgegliedert und stattdessen über separate Pflegebudgets nach dem Selbstkostendeckungsprinzip von den Krankenkassen finanziert.

Seit 2019 gelten für Kliniken in Deutschland verbindliche Pflegepersonal-Untergrenzen für die pflegesensitiven Stationen Geriatrie, Intensivmedizin, Kardiologie, und Unfallchirurgie. 2020 werden diese um die Krankenhausbereiche der Herzchirurgie, Neurologie, Neurologie-Schlaganfalleinheit und Neurologische Frührehabilitation erweitert.