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Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Die Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns hat folgende wesentliche Ziele:

  • Sicherung der finanziellen Flexibilität
  • Begrenzung von Refinanzierungsrisiken
  • Optimierung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten

Finanzielle Flexibilität zu sichern hat höchste Priorität in der Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns. Finanziell flexibel bleiben wir durch einen angemessenen Liquiditätsspielraum.
Unsere Refinanzierungsrisiken begrenzen wir durch ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil, das durch eine breite Streuung der Laufzeiten mit einem hohen Anteil von mittel- und langfristigen Finanzierungen bis zum Jahr 2033 gekennzeichnet ist. Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente werden Kriterien wie Marktkapazität, Investorendiversifikation, Flexibilität bei der Inanspruchnahme, Kreditkonditionen, Kapitalkosten und das bestehende Fälligkeitsprofil berücksichtigt. Dabei beachten wir auch, in welchen Währungen unsere Erträge und Cashflows erwirtschaftet werden.

Unsere wesentlichen mittel- und langfristigen Finanzierungsinstrumente sind Anleihen, wie in der nebenstehenden Grafik dargestellt. Anleihen, die in Euro denominiert sind, werden über unser 12,5 Mrd € Debt Issuance Programm emittiert. Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA verfügt über ein Debt Issuance Programm in Höhe von 10 Mrd €. Weitere wichtige langfristige Finanzierungsinstrumente sind Schuldscheine, bilaterale Darlehen und eine eigenkapitalneutrale Wandelanleihe sowie Leasingverbindlichkeiten (gemäß IFRS 16).

Finanzierungsmix des Fresenius-Konzerns

1 Die syndizierte revolvierende Kreditlinie von Fresenius SE & Co. KGaA und von Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA in Höhe von jeweils 2 Mrd € waren zum 31. Dezember 2021 ungenutzt und finden somit in der Grafik keine Berücksichtigung.

Kurzfristiger Finanzierungsbedarf wird mittels Emissionen im Rahmen der Commercial Paper Programme der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA über jeweils 1,5 Mrd € sowie über bilaterale Kreditlinien abgedeckt. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten bietet zudem das Fresenius Medical Care Forderungsverkaufsprogramm. Die im Juli 2021 unterzeichneten Syndizierten Kreditlinien von Fresenius SE & Co. KGaA und Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA über jeweils 2 Mrd € dienen als zusätzliche Liquiditätsabsicherung („Back-up Linien“) und waren zum 31. Dezember 2021 ungenutzt.

Ein weiteres wesentliches Ziel der Finanzierungsstrategie des Fresenius-Konzerns ist es, die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten zu optimieren. Dazu setzen wir ganz gezielt einen ausgewogenen Mix aus Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen ein. Aufgrund der Diversifikation des Unternehmens innerhalb des Gesundheitssektors und der starken Marktpositionen der Unternehmensbereiche in globalen, wachsenden und nichtzyklischen Märkten können wir planbare und nachhaltige Cashflows erwirtschaften. Diese erlauben einen deutlichen Anteil an Fremdkapital. Zur langfristigen Sicherung des Wachstums ziehen wir in Ausnahmefällen, etwa zur Finanzierung einer großen Akquisition, auch Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis in Erwägung.

Insgesamt gab es im Geschäftsjahr 2021 keine wesentliche Änderung im Hinblick auf unsere Finanzierungsstrategie. Die durchschnittliche Laufzeit unserer wesentlichen Finanzierungsinstrumente (ohne Leasingverbindlichkeiten) lag zum 31. Dezember 2021 bei 4,5 Jahren und die durchschnittlichen Zinskosten lagen bei 1,6%. Entsprechend der Konzernstruktur erfolgen die Finanzierungen separat für Fresenius Medical Care und für den übrigen Fresenius-Konzern. Es gibt keine gemeinsamen Finanzierungen und keine gegenseitigen Garantien.
Die Unternehmensbereiche Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed werden hauptsächlich durch die Fresenius SE & Co. KGaA finanziert, um strukturelle Nachrangigkeit zu vermeiden.

Finanzierung

Fresenius deckt den Finanzierungsbedarf durch eine Kombination aus operativen Cashflows, die in den Unternehmensbereichen erwirtschaftet werden, und durch die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Wichtige Instrumente sind Anleihen, Schuldscheindarlehen, Bankfinanzierungen, Wandelanleihen, Commercial-Paper-Programme und ein Forderungsverkaufsprogramm. Zudem enthält unser Finanzierungsmix Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen gemäß IFRS 16. Die Finanzierungstätigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr diente hauptsächlich der Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten und der Optimierung der Finanzierungskosten.

Die Fresenius SE & Co. KGaA und die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA verfügen über Anleihe-Emissionsprogramme (Debt Issuance Programme), in deren Rahmen jeweils Anleihen bis zu 12,5 Mrd € (Fresenius SE) bzw. bis zu 10 Mrd € (Fresenius Medical Care) mit unterschiedlichen Währungen und Laufzeiten ausgegeben werden können. Die syndizierten Kreditlinien dienen als „Back-up Linien“ und waren zum 31. Dezember 2021 ungenutzt.

Fälligkeitsstruktur der Finanzierungsinstrumente des Fresenius-Konzerns 1,2

1 31. Dezember 2021, wesentliche Finanzierungsinstrumente, exklusive Commercial Paper

2 Das im Januar 2022 fällig gewordene Schuldscheindarlehen in Höhe von 372 Mio € und die ebenfalls im Januar fällig gewordene Anleihe von Fresenius Medical Care in Höhe von 700 Mio US$ wurden bei Fälligkeit zurückgezahlt.

Für die kurzfristige Finanzierung stehen der Fresenius SE & Co. KGaA und der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA bilaterale Kreditlinien und Commercial-Paper- Programme zur Verfügung. Im Rahmen der Commercial-Paper-Programme können jeweils kurzfristige Schuldtitel von bis zu 1,5 Mrd € ausgegeben werden. Das Commercial-Paper-Programm der Fresenius SE & Co. KGaA war zum 31. Dezember 2021 in Höhe von 1.056 Mio € genutzt. Das Commercial-Paper-Programm der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA war in Höhe von 715 Mio € genutzt. Darüber hinaus können beide Konzerne bei Bedarf kurzfristige bilaterale Kreditlinien abschließen.

Die im Jahr 2020 aufgrund der allgemeinen Covid-19-Unsicherheiten abgeschlossenen bestätigten bilateralen Kreditlinien sind ausgelaufen und wurden nicht verlängert.

Detaillierte Informationen zur Finanzierung des Fresenius-Konzerns finden Sie auf den Seiten 325 bis 332 im Konzern-Anhang. Einen Ausblick auf Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2022 geben wir im Prognosebericht.

Fünfjahresübersicht Finanzlage

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in Mio € 2021 2020 2019 2018 2017
Operativer Cashflow 5.078 6.549 4.263 3.742 3.937
in % vom Umsatz 13,5 18,1 12,0 11,2 11,6
Working Capital1 8.690 8.104 8.812 7.721 7.771
in % vom Umsatz 23,2 22,3 24,9 23,0 22,9
Investitionen in Sachanlagen, netto -2.017 2.366 2.433 2.077 1.705
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 3.061 4.183 1.830 1.665 2.232
in % vom Umsatz 8,2 11,5 5,2 5,0 6,6

Rating des Unternehmens

Die führenden Rating-Agenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch bewerten und überprüfen regelmäßig die Kreditwürdigkeit von Fresenius. Alle drei Rating-Agenturen bewerten Fresenius mit Investment-Grade-Status. Im Geschäftsjahr 2021 ergaben sich keine Rating-Änderungen.

Rating der Fresenius SE & Co. KGaA

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  31.12.2021 31.12.2020
Standard & Poor’s    
Unternehmensrating BBB BBB
Ausblick stabil stabil
Moody’s    
Unternehmensrating Baa3 Baa3
Ausblick stabil stabil
Fitch    
Unternehmensrating BBB- BBB-
Ausblick stabil stabil

Bedeutung außerbilanzieller Finanzierungsinstru­mente für die Finanz-­ und Vermögenslage

Fresenius ist nicht an außerbilanziellen Geschäften beteiligt, die sich gegenwärtig oder zukünftig aller Wahrscheinlichkeit nach in wesentlicher Weise auf die Finanzlage, die Ertragslage, Liquidität, Investitionsausgaben, das Vermögen oder die Kapitalausstattung auswirken werden.

Liquiditätsanalyse

Wesentliche Quellen der Liquidität sind grundsätzlich Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit und Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit, d. h. die Aufnahme von kurz-, mittel- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten. Die Mittelzuflüsse aus laufender Geschäftstätigkeit werden beeinflusst durch die Rentabilität des Geschäfts von Fresenius und durch das Nettoumlaufvermögen (Working CapitalWorking CapitalUmlaufvermögen (inklusive Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten) - Rückstellungen - Lieferantenverbindlichkeiten - Übrige Verbindlichkeiten - Passiver Rechnungsabgrenzungsposten.), insbesondere durch den Forderungsbestand. Mittelzuflüsse aus Finanzierungstätigkeit werden durch die Nutzung verschiedener kurzfristiger Finanzierungsinstrumente generiert. Dazu begeben wir Commercial Paper und nehmen bilaterale Bankkreditlinien in Anspruch. Kurzfristiger Liquiditätsbedarf kann zudem über das Fresenius Medical Care Forderungsverkaufsprogramm abgedeckt werden. Mittel- und langfristige Finanzierungen werden überwiegend durch Anleihen, Schuldscheindarlehen, bilaterale Kreditlinien, eine eigenkapitalneutrale Wandelanleihe und Leasingverbindlichkeiten bereitgestellt. Fresenius ist davon überzeugt, dass die bestehenden Kreditfazilitäten, Zuflüsse aus weiteren Fremdkapitalfinanzierungen sowie Mittelzuflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit und aus sonstigen kurzfristigen Finanzierungsquellen zur Deckung des vorhersehbaren Liquiditätsbedarfs des Konzerns ausreichen werden.

Dividende

Die persönlich haftende Gesellschafterin und der Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung vor, die Dividende zum 29. Mal in Folge zu erhöhen. Trotz des herausfordernden Jahres soll damit die Dividendenkontinuität gewahrt werden.

Für das Geschäftsjahr 2021 soll eine Dividende von 0,92 € (2020: 0,88 €) je Aktie an die Aktionärinnen und Aktionäre gezahlt werden. Dies entspricht einer Steigerung von 5 %. Die Ausschüttungssumme würde sich ebenfalls um rund 5 % auf 514 Mio € (2020: 491 Mio €) erhöhen.

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat eine Wahldividende vorschlagen. Fresenius möchte seinen Aktionärinnen und Aktionären die Möglichkeit anbieten, einen Teilbetrag der Dividende („Wahldividendenanteil“) gegen Aktien der Gesellschaft zu tauschen. Der restliche Teil der Dividende („Sockeldividendenanteil“) wird stets in bar ausgeschüttet, damit Aktionärinnen und Aktionäre keine neuen Barmittel aufbringen müssen, um eine mögliche Steuerpflicht hinsichtlich der Dividende zu erfüllen. Die Gesellschaft ermöglicht ihren Aktionärinnen und Aktionären damit, einfach und unkompliziert ihre Dividende in die Gesellschaft zu reinvestieren und so die Liquidität zu Zwecken der weiteren Wachstumsfinanzierung zu stärken.

Cashflow-­Analyse

Der operative Konzern-Cashflow fiel um 22 % auf 5.078 Mio € (2020: 6.549 Mio €). Die CashflowCashflowWirtschaftliche Messgröße, die den Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt.-Marge fiel auf 13,5 % (2020: 18,1 %). Die Cashflow-Entwicklung ist im Wesentlichen zurückzuführen auf Unterstützungsleistungen der US-Regierung und Vorauszahlungen im Rahmen des Coronavirus Aid, Relief and Economic Security Acts (CARES-Gesetz) bei Fresenius Medical Care in den USA, die den Cashflow im Vorjahr außerordentlich erhöhten.

Der operative Cashflow überstieg den Finanzierungsbedarf aus Investitionstätigkeit vor Akquisitionen, wobei die Auszahlungen für Investitionen 2.047 Mio € und die Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 30 Mio € betrugen (2020: 2.406 Mio € bzw. 40 Mio €).

Der Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden belief sich auf 3.061 Mio € (2020: 4.183 Mio €). Hieraus konnten wir die Dividenden des Konzerns in Höhe von 1.068 Mio € finanzieren.

Cashflow-Darstellung in Mio €

Der Dividendenbetrag ermittelt sich wie folgt:

Dividende an die Aktionäre der Fresenius SE & Co. KGaA in Höhe von 491 Mio €, Dividende von Fresenius Medical Care an dessen Aktionäre in Höhe von 392 Mio € sowie Dividende an Dritte in Höhe von 311 Mio € (im Wesentlichen Fresenius Medical Care betreffend). Dagegen steht die Dividende in Höhe von 126 Mio €, die die Fresenius SE & Co. KGaA als Aktionärin von Fresenius Medical Care erhalten hat.

Der Mittelabfluss für Akquisitionen betrug 800 Mio € im Wesentlichen für Akquisitionen bei Fresenius Medical Care und Fresenius Helios. Der Cashflow nach Akquisitionen und Dividenden betrug 1.193 Mio € (2020: 2.478 Mio €). Insgesamt betrug der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit 384 Mio € (2020 Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit: 2.057 Mio €). Die flüssigen Mittel stiegen um 927 Mio € auf 2.764 Mio € am 31. Dezember 2021 (31. Dezember 2020: 1.837 Mio €). Währungsumrechnungseffekte wirkten sich mit 118 Mio € positiv (2020: negativ mit 238 Mio €) auf den Kassenbestand aus.

Das Working Capital stieg um 7 % auf 8.690 Mio €. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf erhaltene Anzahlungen von MediCare bei Fresenius Medical Care und Steuerstundungen in Nordamerika infolge von Covid-19 zurückzuführen.

Kapitalflussrechnung (Kurzfassung)

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in Mio € 2021 2020 Wachstum Marge 2021 Marge 2020
Konzernergebnis nach Ertragsteuern 2.819 2.823 0 %    
Abschreibungen 2.667 2.715 -2 %    
Veränderung Working Capital und sonstiges -408 1.011 -140 %    
Operativer Cashflow 5.078 6.549 -22 % 13,5 % 18,1 %
Erwerb von Sachanlagen, Investitionen netto -2.017 -2.366 15 %    
Cashflow vor Akquisitionen und Dividenden 3.061 4.183 -27 % 8,2 % 11,5 %
Mittelabfluss für Akquisitionen / Erlöse aus Verkauf -800 -645 -24 %    
Dividendenzahlungen -1.068 -1.060 -1 %    
Cashflow nach Akquisitionen und Dividenden 1.193 2.478 -52 %    
Mittelzufluss / -abfluss aus Finanzierungstätigkeit -384 -2.057 81 %    
Wechselkursbedingte Veränderung der flüssigen Mittel 118 -238 150 %    
Veränderung der flüssigen Mittel 927 183 --    

Investitionen und Akquisitionen

Im Jahr 2021 hat der Fresenius-Konzern 3.117 Mio € (2020: 3.300 Mio €) für Investitionen und Akquisitionen bereitgestellt. Die Investitionen in Sachanlagen fielen auf 2.032 Mio € (2020: 2.398 Mio €). Sie betrugen 5,4 % vom berichteten Umsatz (2020: 6,6 %) und unterschritten die Abschreibungen1 in Höhe von 2.602 Mio €. Die für Akquisitionen eingesetzten Mittel betrugen 1.085 Mio € (2020: 902 Mio €). Von der Gesamtinvestitionssumme im Jahr 2021 entfielen demnach 65 % auf Sachanlagen und 35 % auf Akquisitionen.

Fünfjahresübersicht Investitionen, Akquisitionen, operativer Cashflow und Abschreibungen in Mio €1

1 Vor Sondereinflüssen

Details zu den Sondereinflüssen finden Sie in den Überleitungsrechnungen im Kapitel Ertragslage.

Die Mittelabflüsse für Akquisitionen betrafen im Wesentlichen folgende Unternehmensbereiche:

  • Die Akquisitionsausgaben von Fresenius Medical Care entfielen im Wesentlichen auf den Erwerb von DialyseDialyseForm der Nierenersatztherapie, bei der eine halbdurchlässige Membran – in der Peritonealdialyse das Peritoneum (Bauchfell), in der Hämodialyse die Membran des Dialysators – zur Reinigung des Blutes von Patientinnen und Patienten genutzt wird.-kliniken.
  • Die Akquisitionsausgaben von Fresenius Kabi entfielen im Wesentlichen auf im Rahmen der Akquisition bereits eingeplante Meilensteinzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb des BiosimilarsBiosimilarsBiosimilars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln, sogenannten Biopharmazeutika.-Geschäfts von der Merck KGaA.
  • Fresenius Helios tätigte Akquisitionsausgaben, die im Wesentlichen auf den Erwerb der Eugin-Gruppe entfielen. Weitere Akquisitionsausgaben betrafen nachträgliche Kaufpreiszahlungen für die Malteser-Klinik in Duisburg, Deutschland, sowie den Erwerb der DRK-Kliniken Nordhessen in Kassel, Deutschland.

Investitionen nach Regionen

Investitionen und Akquisitionen

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in Mio € 2021 2020 Veränderung
Akquisitionen 1.085 902 20 %
Investitionen Sachanlagen 2.032 2.398 -15 %
davon Erhaltungsinvestitionen 58 % 49 %  
davon Erweiterungsinvestitionen 42 % 51 %  
Investitionen Sachanlagen in % vom Umsatz 5,4 % 6,6 %  
Investitionen und Akquisitionen gesamt 3.117 3.300 -6 %
Akquisitionen bei Fresenius Helios

Im Dezember 2020 hat Fresenius Helios den Erwerb der Eugin-Gruppe, eines der führenden internationalen Anbieter von Reproduktionsmedizin, bekannt gegeben. Seit 1. April 2021 wird die Eugin-Gruppe konsolidiert. Die Eugin-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2021, mit der Erstkonsolidierung zum 1. April 2021, 133 Mio € zum Umsatz und 19 Mio € zum operativen Ergebnis (EBITEBIT (Earnings before Interest and Taxes)Der EBIT ist das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern. Abschreibungen und Zuschreibungen auf das Anlagevermögen sind im EBIT enthalten. Der EBIT errechnet sich aus Umsatzerlösen abzüglich der Positionen Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen.) des Fresenius-Konzerns beigetragen.

Das Netzwerk der Eugin-Gruppe umfasst 33 Kliniken und 39 weitere Standorte in zehn Ländern auf drei Kontinenten. Das Unternehmen bietet ein breites Spektrum modernster Dienstleistungen auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin an. Die bedeutendsten Märkte für die Eugin-Gruppe sind derzeit die USA, Spanien, Brasilien, Italien und Schweden. Daneben betreibt das Unternehmen auch Kliniken in Dänemark, Argentinien, Kolumbien und Lettland.

Mit der Übernahme der Eugin-Gruppe ist Fresenius Helios zu einem führenden Anbieter in diesem dynamisch wachsenden Markt geworden und hat eine starke Basis für weiteres Wachstum geschaffen.

Der Kaufpreis basiert auf einer Bewertung von 430 Mio €. Darin sind übernommene nicht beherrschende Anteile und Finanzverbindlichkeiten von rund 80 Mio € enthalten. Die nicht beherrschenden Anteile halten die jeweiligen leitenden Ärzte.

Die Eugin-Gruppe wird ab 1. Januar 2022 innerhalb von Fresenius Helios eine neue, separate Geschäfts- und Berichtseinheit, Helios Fertility, neben Helios Deutschland und Helios Spanien bilden. 

Am 2. September 2021 hat Fresenius Helios den Erwerb der DRK Kliniken Nordhessen bekannt gegeben. Die Kliniken in Kassel mit den Standorten Kassel-Wehlheiden und Kaufungen mit insgesamt 433 Betten sowie einem angeschlossenen Medizinischen Versorgungszentrum (MVZMVZ (Medizinisches Versorgungszentrum)Fachübergreifende Einrichtung zur ambulanten Krankenversorgung, die unter ärztlicher Leitung steht. Träger eines MVZ können alle Leistungserbringer (z. B. Ärzte / Ärztinnen, Apotheker / -innen, Gesundheitseinrichtungen) sein, die zur medizinischen Versorgung gesetzlich versicherter Patientinnen und Patienten ermächtigt sind.) erzielten im Jahr 2020 einen Umsatz von rund 87 Mio €. Die DRK-Schwesternschaft bleibt Mitgesellschafterin.

Gemeinsam mit dem bestehenden Helios-Standort im nordrhein-westfälischen Warburg soll ein regionales medizinisches Netzwerk gebildet und über die nächsten Jahre ausgebaut werden.

Am 27. September 2021 wurde die Akquisition abgeschlossen. Die Konsolidierung der DRK Kliniken Nordhessen erfolgte zum 30. September 2021. Der Kaufpreis betrug 1 € und umfasst zudem die Übernahme der Schulden sowie die Liquiditätssicherung für den laufenden Betrieb und für künftig vorzunehmende Investitionen.

Am 22. November 2021 hat Quirónsalud, der zu Fresenius Helios gehörende größte private Krankenhausbetreiber Spaniens, den Erwerb der Fachkliniken Centro Oncológico de Antioquia (COA) und Clínica Clofán bekannt gegeben. Die Kliniken in Kolumbiens zweitgrößter Stadt Medellín sollen in das bestehende Quirónsalud-Netzwerk integriert werden, das bereits sechs Krankenhäuser und zehn Diagnostikzentren im Land umfasst.

COA ist eine auf die Diagnose und Behandlung von Krebserkrankungen spezialisierte Klinik mit 75 Betten, vier Operationssälen und Schwerpunktzentren für Nuklearmedizin, Radiotherapie und Knochenmarktransplantationen.

Clínica Clofán ist die zweitgrößte Augenklinik der Stadt mit zehn Operationssälen und weiteren spezialisierten Einrichtungen, in denen auch schwere chronische Augenerkrankungen behandelt und komplizierte Eingriffe durchgeführt werden können.

Beide Häuser bieten ihren Patientinnen und Patienten neueste Medizintechnik und modernste medizinische Standards und gelten mit ihrer renommierten Ärzteschaft als fachlich führende Einrichtungen. Zusammen erzielen sie rund 30 Mio € Umsatz.

Die Übernahme ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Präsenz von Fresenius Helios im wachsenden und sich konsolidierenden Markt für Gesundheitsdienstleistungen in Lateinamerika.

Die Zustimmung der kolumbianischen Wettbewerbsbehörden vorausgesetzt, rechnet Fresenius Helios mit einem Abschluss der Transaktion im 1. Quartal 2022 und erwartet, dass diese bereits im Geschäftsjahr 2022 positiv zum Konzernergebnis von Fresenius beitragen wird.

Wir haben folgende wesentliche Sachanlageinvestitionen durchgeführt:

  • Modernisierung bestehender und Einrichtung neuer Dialysekliniken bei Fresenius Medical Care
  • Ausbau und Optimierung von Produktionsanlagen bei Fresenius Medical Care und bei Fresenius Kabi
  • Neubau und Modernisierung von Krankenhäusern bei Fresenius Helios; bedeutendste Einzelprojekte waren u. a. Einrichtungen in Wiesbaden, Duisburg und Wuppertal, Niederberg sowie Investitionen in die IT-Infrastruktur

Für die Fortführung bereits laufender großer Investitionsvorhaben zum Bilanzstichtag werden im Jahr 2022 Sachanlageinvestitionen in Höhe von 277 Mio € erfolgen. Hierbei handelt es sich um Investitionsverpflichtungen im Wesentlichen um Investitionsmittel für den Ausbau und die Optimierung von Produktionsanlagen bei Fresenius Medical Care und Fresenius Kabi. Die Finanzierung dieser Projekte soll aus dem operativen Cashflow erfolgen.

Investitionsprogramm Fresenius Kabi

Fresenius Kabi verfügt über ein weltweites Netzwerk von Produktionszentren. In unseren Werken stellen wir unsere Produkte und an einigen Standorten darüber hinaus pharmazeutische Rohstoffe her. Unsere Investitionen dienen u. a. der kontinuierlichen Modernisierung und Automatisierung sowie der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Werke bei gleichbleibend hohem Qualitätsniveau. Gleichzeitig reagieren wir beispielsweise mit Erweiterungen der Standorte auf den zukünftig zu erwartenden höheren Bedarf an unseren Produkten. 

In den USA hat Fresenius Kabi sein umfangreiches Investitionsprogramm an den Produktionsstandorten fortgeführt. Im Berichtsjahr haben wir mit unserem Investitionsprogramm Fortschritte gemacht und weiter daran gearbeitet, unsere Werke mit modernsten Technologien zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten auszustatten. Fresenius Kabi wird sein Investitionsprogramm in den USA auch in den nächsten Jahren fortführen.

Aufgrund der Nachfrage nach enteralen Produkten in China bauen wir unsere Produktionskapazitäten vor Ort aus. Im Berichtsjahr haben wir die Arbeiten an einem neuen Produktionsgebäude auf unserem Campus in Wuxi fortgeführt. Dort werden wir zukünftig enterale Ernährungsprodukte herstellen, die den Status Foods for Special Medical Purposes, also Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, haben. Gleichzeitig erweitert Fresenius Kabi seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für enterale Ernährung am Standort Wuxi.

In den Niederlanden bauen wir unseren Standort in Emmer Compascuum zu einer Produktionsstätte für enterale Ernährungsprodukte um und werden insgesamt rund 160 Mio € in diese Herstellungsstätte investieren. Im Berichtsjahr konnten wir die beiden ersten Herstellungslinien in Betrieb nehmen. Bisher wurden vor Ort in den Niederlanden transfusionstechnologische Einmalartikel hergestellt; diese Produktion verlagern wir aktuell an unsere Herstellungsstätte in Haina in der Dominikanischen Republik.

In Österreich haben wir den Ausbau unseres Produktions- und Logistikstandorts in Graz fortgeführt. Mit einer Investitionshöhe von rund 110 Mio € bauen wir diesen Standort in den nächsten Jahren weiter aus.

Das Werk produziert sterile Arzneimittel wie intravenös verabreichte Arzneimittel und großvolumige Produkte zur parenteralen Ernährung. Der Standort hat sich auch auf komplexe Prozessanforderungen und innovative Technologien spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich der Gefriertrocknung und auf Anlagen für die Abfüllung und Verpackung von Glasflaschen und vorgefüllten Spritzen. Die Nachfrage nach Fertigspritzen ist steigend, da sie im klinischen Alltag klare Vorteile durch die schnelle und sichere Anwendung bieten.

Im Herstellungswerk wird der mobile Ansatzbereich vergrößert, die Gefriertrocknung (Lyophilisierung) erweitert sowie neue Abfüllanlagen implementiert. Die Fertigstellung des Ausbaus ist für 2023 geplant. An unserem Logistikstandort in Werndorf bei Graz konnten wir im Berichtsjahr bereits die neue Verpackungshalle einweihen.

In Frankreich haben wir an unserem Produktionsstandort Louviers mit der Modernisierung des Werkes begonnen. In den nächsten zwei Jahren soll ein Neubau mit einer Fläche von 3.300 Quadratmetern in dem Fertigungsanlagen für Freeflex Infusionsbeutel aufgestellt werden. Damit kann auch das europäische Produktionsnetzwerk insgesamt optimiert werden. Insgesamt werden wir für die Modernisierung 35 Mio € investieren.

Unser Werk in Haina in der Dominikanischen Republik ist die zentrale Herstellungsstätte für Einmalartikel im Bereich Apherese und Zelltherapie. Angetrieben von der hohen Marktnachfrage nach Plasmaprodukten und Zelltherapien haben wir das Werk in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. Im Bereich Plasma Kollektion, werden neben Einmalartikeln für unser Plasmapherese System Aurora auch die Einmalartikel des Nachfolgersystems Aurora Xi in Haina produziert. Des Weiteren verlagern wir aktuell die Herstellung der Einmalartikel für die Autotransfusion nach Haina.

Um die steigende Marktnachfrage nach diesen Einmalartikeln auch künftig bedienen zu können, erweitern wir das Herstellungswerk auch in den kommenden Jahren mit hoch automatisierten Produktionsanlagen und Reinraumkapazitäten. Insgesamt werden wir über 65 Mio € bis 2024 in das Werk Haina investieren.

Investitionen und Akquisitionen nach Unternehmensbereichen

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in Mio € 2021 2020 Davon Sachanlagen Davon Akquisitionen Veränderung Anteil am Gesamt-volumen
Fresenius Medical Care 1.482 1.459 854 628 2 % 47 %
Fresenius Kabi 533 718 532 1 -26 % 17 %
Fresenius Helios 1.021 1.000 568 453 2 % 33 %
Fresenius Vamed 81 101 80 1 -20 % 3 %
Konzern / Sonstiges 0 22 -2 2 -100 % 0 %
Gesamt 3.117 3.300 2.032 1.085 -6 % 100 %