Fresenius Helios

Die Geschäftsentwicklung im Jahr 2018 zeigte ein gemischtes Bild. Während vorbereitende Maßnahmen für regulatorische Anforderungen sowie ein Rückgang von Fallzahlen das Geschäft bei Helios Deutschland belasteten, verzeichnete Helios Spanien weiterhin ein dynamisches Wachstum.

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Mit der Übertragung des Post-Akut-Geschäfts auf Fresenius Vamed, konzentriert sich Fresenius Helios künftig noch stärker auf das Akut-Klinikgeschäft und dessen weitere Internationalisierung.

Fresenius Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber. Zum Unternehmen gehören, unter dem Dach der Holding Helios Health, Helios Deutschland und Helios Spanien (Quirónsalud). Helios Deutschland betreibt 86 Krankenhäuser und rund 125 1 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sowie 10 1 Präventionszentren. Das Unternehmen ist damit der größte Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitäts­medizin innerhalb des gesamten Versorgungs­spektrums. Quirónsalud betreibt 47 Krankenhäuser, 57 ambulante Gesund­heits­zentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Quirón­salud ist der größte private Krankenhausbetreiber Spaniens mit einem umfassenden medizinischen Leistungsspektrum in der stationären und ambulanten Versorgung.

1 Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus der veränderten Zählweise. Es werden nunmehr Standorte statt der Anzahl der Körperschaften ausgewiesen.

Wirtschaftliche Entwicklung

Fresenius Helios steigerte den Umsatz im Jahr 2018 um 4 % (6 % 1) auf 8.993 Mio €. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 3 %.

Der Umsatz von Helios Deutschland ging um 2 % (stieg um 2 % 1) auf 5.970 Mio € zurück. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 2 %. Der Umsatz von Helios Deutschland war beeinflusst durch einen Rückgang der Fallzahlen, u. a. bedingt durch den Trend zur ambulanten Behandlung. Darüber hinaus führten unbesetzte Stellen bei spezia­lisierten Krankenschwestern und Ärzten in einigen unserer Krankenhäuser zu einem Rückgang der Fallzahlen. Maßnahmen zur schnellen Besetzung offener Positionen wurden verstärkt. Um vom Trend zur ambulanten Behandlung zu profitieren, baut Helios Deutschland ambulante Angebote in einer eigenen Sparte aus. Ferner wurde die Sparte neue Geschäftsfelder gegründet, um attraktive innovative Geschäftsmodelle aufzubauen und sich daraus ergebende Wachstumschancen zu nutzen.

Der Umsatz von Helios Spanien stieg um 17 % auf 3.023 Mio €. Helios Spanien wird seit dem 1. Februar 2017 konsolidiert. Das orga­nische Umsatzwachstum betrug 6 %.

Der EBIT von Fresenius Helios blieb mit 1.052 Mio € auf Vorjahresniveau (stieg um 3 % 1). Die EBIT-Marge betrug 11,7 %. Der EBIT von Helios Deutschland fiel um 14 % (- 10 % 1) auf 625 Mio €, die EBIT-Marge auf 10,5 %. Die signifikante Fixkostenbasis im Krankenhausgeschäft hat bei rückläufigen Umsatzerlösen eine überproportional starke Hebelwirkung auf den EBIT. Ferner ist die Entwicklung von Helios Deutschland negativ belastet durch zusätzliche DRG-Katalogeffekte, vorbereitende Strukturmaßnahmen für erwartete regulatorische Anforderungen (z. B. Clustering) sowie fehlende Privatisierungsmöglichkeiten im deutschen Markt. Eine unerwartet hohe Fluktuation bei Ärzten sowie die Personal­knappheit im Pflegebereich belasteten die Ergebnisentwicklung zusätzlich.

Der EBIT von Helios Spanien stieg im Wesentlichen auf­grund der starken operativen Entwicklung sowie des gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusätzlichen Konsolidierungsmonats um 26 % auf 413 Mio €. Die EBIT-Marge stieg auf 13,7 %.

1 Um das von Fresenius Helios an Fresenius Vamed transferierte Post­Akut­Geschäft Deutschland adjustiert

Umsatz- und Ergebnisentwicklung
in Mio € 2018 2017 Veränderung
Umsatz 8.993 8.668 4 %
    Helios Deutschland 5.970 6.074 - 2 %
    Helios Spanien 3.023 2.594 17 %
EBIT 1.052 1.052 0 %
    Helios Deutschland 625 725 - 14 %
    Helios Spanien 413 327 26 %
EBIT-Marge in % 11,7 12,1
    Helios Deutschland 10,5 11,9
    Helios Spanien 13,7 12,6
Jahresergebnis1 686 728 - 6 %
  • 2017: Beitrag Helios Spanien für elf Monate
  • 1 Ergebnis, das auf die Anteilseigner der Fresenius SE & Co. KGaA entfällt

Übertragung des Post-Akut-Geschäfts in Deutschland

Zum 1. Juli 2018 wurden 38 Gesundheitseinrichtungen und 13 Servicegesellschaften in Deutschland mit Schwerpunkt auf stationärer Rehabilitation und Pflege von Fresenius Helios auf Fresenius Vamed übertragen. Damit konzentriert ­Fresenius Helios sich künftig noch stärker auf das Akut-Klinikgeschäft und dessen weitere Internationalisierung. Zum ­strategischen Fokus gehören auch weiterhin neben Akut-­Kliniken die akutnahe ambulante Versorgung inklusive ­Prävention sowie die nichtstationäre Nachsorge. Das Transaktionsvolumen betrug 468 Mio €.

Akquisitionen/Krankenhausneubauten

Im September 2018 hat Helios Spanien ein neues Krankenhaus in Cordoba eröffnet. Damit verfügt das Unternehmen nun über sechs Krankenhäuser in Andalusien. Quirónsalud hat 50 Mio € in das neue Krankenhaus investiert.

Im Oktober 2018 ist Helios Spanien mit der Übernahme von Clínica Medellín in den attraktiven privaten Krankenhausmarkt in Kolumbien eingetreten. Clínica Medellín betreibt zwei Krankenhäuser mit insgesamt rund 185 Betten. Diese sind zentral in Medellín gelegen, einer Stadt mit 2,5 Millionen Einwohnern. Mit dieser Übernahme investiert Helios Spanien mehr als 50 Mio €. Die Zustimmung der Wettbewerbs- und Gesundheitsbehörden vorausgesetzt, rechnet ­Fresenius Helios mit einem Abschluss der Transaktion im 1. Quartal 2019.

 
 
  2018 2017 Veränderung
Akutkliniken Deutschland 83 88 - 6 %
    Betten 28.802 29.438 - 2 %
    Verweildauer (Tage) 5,9 6,2
Akutkliniken Spanien 47 45 4 %
    Betten 7.019 6.652 6 %
    Verweildauer (Tage) 4,2 4,3
Patientenzahlen
Deutschland
5.321.445 5.324.164 0 %
    Stationär behandelte Patienten 1.218.199 1.237.068 - 2 %
    Ambulant behandelte
    Patienten
4.073.047 4.028.503 1 %
Patientenzahlen Spanien 13.318.066 11.592.758 15 %
    Stationär behandelte Patienten 437.855 353.307 24 %
    Ambulant behandelte Patienten 12.880.211 11.239.451 15 %

Investitionen

Im Berichtsjahr investierte Fresenius Helios 634 Mio € (2017: 6.508 Mio €). Davon entfielen 60 Mio € auf Akquisitionen. Investitionsschwerpunkte in Deutschland waren Neubauten und Moder­nisierungen von Krankenhäusern u. a. in Duisburg, Dachau, Wiesbaden und Wuppertal.

In Spanien investieren wir rund 40 Mio € in den Bau eines Protonentherapiezentrums in Madrid. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2019 geplant. Es wird das erste Zentrum dieser Art zur Behandlung von Krebspatienten in Spanien sein.

Zudem bauen wir ein neues Krankenhaus in Torrejón, in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Madrid. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 30 Mio €. Die Fertigstellung ist für 2021 geplant.

Pflegepersonalstärkungsgesetz

Das Pflegepersonalstärkungsgesetz ist am 1. Januar 2019 in Deutschland in Kraft getreten. Ab 2020 werden die Pflegekosten aus den Fallpauschalen herausgerechnet und die Kosten für die patientennahe Krankenpflege werden stattdessen über separate Pflegebudgets von den Krankenkassen voll erstattet. Bereits 2019 wird jede – gegenüber 2018 – zusätzliche bzw. aufgestockte Pflegestelle am Bett vollständig von den Kostenträgern refinanziert. Darüber hinaus gilt ab 2019 für Kliniken in Deutschland eine Pflegepersonal-Untergrenzen-Verordnung für die Bereiche Geriatrie, Intensivmedizin, Kardiologie, und Unfallchirurgie. Diese Verordnung gilt für ein Jahr und ist als Provisorium gedacht. Ab 2020 sollen GKV 1 und DKG 2 gemeinsam Untergrenzen auch für weitere Bereiche im ­Krankenhaus festlegen.

Einen Ausblick für das Jahr 2019 finden Sie im Konzernlagebericht. Weitere Informationen über ­Fresenius Helios erhalten Sie im Internet unter www.helios-gesundheit.de und www.quironsalud.es (Spanisch und Englisch).

1Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung

2Deutsche Krankenhausgesellschaft