Menschenrechte achten

Als weltweit tätiger Gesundheitskonzern verbessern wir in vielen Ländern den Zugang zu bezahlbarer, qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung für die Menschen vor Ort:

  • Fresenius Medical Care führt weltweit alle 0,6 Sekunden eine Dialysebehandlung durch.

  • Fresenius Kabi ermöglicht mit einem breiten Angebot an Generika und Biosimilars, dass Patientinnen und Patienten ihrem medizinischen Bedarf entsprechend Zugang zu modernen Therapien und einer bezahlbaren Gesundheitsversorgung erhalten.

  • Fresenius Helios hat in Deutschland und Spanien in den vergangenen fünf Jahren mehr als 2 Mrd € in die Modernisierung und Weiterentwicklung des klinischen Angebots investiert und trägt damit flächendeckend zu einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung bei.

  • Fresenius Vamed ist in Ländern tätig, in denen die Entwicklung der Gesundheitsinfrastruktur noch am Anfang steht. Damit trägt Fresenius Vamed entscheidend dazu bei, Patientinnen und Patienten den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen zu ermöglichen.

Diese Bestrebungen unterstützen wir mit zusätzlichen Initiativen und Projekten weltweit:

  • Fresenius Medical Care fördert in Zusammenarbeit mit der Sustainable Kidney Care Foundation Projekte, durch die in Regionen ohne eine bestehende Versorgungsstruktur Personen mit akutem Nierenversagen Zugang zu einer Dialysebehandlung erhalten.

  • Fresenius Kabi unterstützt den JumpStart Research Grant und fördert damit junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei ihrer Forschung im Bereich der parenteralen Ernährung.

  • Helios Deutschland bietet in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Friedensdorf International kostenlose Behandlungen für Kinder aus Krisen-Ländern in deutschen Helios-Kliniken an.

  • Fresenius Vamed trägt im Rahmen eines Projektes der österreichischen Regierung in Kenia durch Modernisierung und Ausstattung neuester Technik von Geburtenstationen in ländlichen Regionen und das Training des lokalen Personals zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Neugeborenen und Müttern bei.

Mit Video-Dolmetschen Sprachbarrieren überwinden: Wichtige Fragen zu Vorerkrankungen, Details zur Diagnosestellung und möglichen Therapieoptionen sind schwer vermittelbar, wenn nicht beide – Patient und Arzt – die gleiche Sprache sprechen.

Wir bekennen uns dazu, Menschenrechte, wie sie in internationalen Standards, z. B. der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und den Grundprinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization – ILO)1, festgelegt sind, zu achten und deren Einhaltung zu unterstützen. Wir betrachten dies als Teil unserer Verantwortung als Unternehmen.

Im Jahr 2018 haben wir eine konzernweite Menschenrechtserklärung verabschiedet. Diese enthält menschenrechtliche Aspekte, die für Fresenius von besonderer Bedeutung sind. Unsere Aktivitäten dienen der Achtung der Menschenrechte und sollen die Wahrung der Menschenrechte unterstützen. Wir haben uns vorgenommen, diese Aktivitäten ständig weiterzuentwickeln.

Aktuell führen wir ein konzernweites Projekt zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten durch, in dem wir durch Analysen in allen Unternehmensbereichen die menschenrechtlichen Themen und Handlungsfelder identifizieren, die für unsere Wertschöpfungsketten besonders relevant sind. Dabei berücksichtigen wir die Geschäftsmodelle der Unternehmensbereiche, aktuelle Diskurse, z. B. von Nicht-Regierungs­organisationen, und der Öffentlichkeit, sowie aktuelle regulatorische Entwicklungen, wie die Nationalen Aktionspläne zu Wirtschaft und Menschenrechten. Wir planen, die identifizierten Handlungsfelder zu priorisieren und im Jahr 2020 mit der Umsetzung von ersten Maßnahmen zu starten.

In unserer Menschenrechtserklärung positionieren wir uns zu den folgenden Themenfeldern:

  • Ausbeuterische und illegale Kinder- oder Zwangsarbeit unterlassen

    Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitar­beiter zu übernehmen ist Teil des unternehmerischen Selbstverständnisses des gesamten Fresenius-Konzerns. Wir dulden keine Gewalt, Gewaltandrohung oder andere Formen der Nötigung. Wir fühlen uns insbesondere verpflichtet, Kinder vor Ausbeutung zu schützen. Wir ver­bieten es strikt, ausbeuterische und illegale Kinder- oder Zwangsarbeit einzusetzen, zu unterstützen oder zu billigen. Prozesse in den lokalen Einheiten aller Unternehmensbereiche dienen dazu, die geltenden Gesetze zur Ver­hinderung von ausbeuterischer und illegaler Kinder- oder Zwangsarbeit zu befolgen. Wir erwarten zudem von unseren Geschäftspartnern, dass sie sich an diese Gesetze halten. Sofern es Gesetze in einzelnen Ländern erfordern, bestätigen wir die Einhaltung dieser Gesetze auf den Webseiten unserer lokalen Einheiten.

  • Diskriminierung unterbinden und Chancengleichheit fördern

    Wir unterstützen die Chancengleichheit aller Menschen und stellen uns gegen Diskriminierung jeder Art. Niemand darf z. B. aufgrund der Hautfarbe, der Abstammung, des Geschlechts, des Glaubens, der politischen Einstellung, des Alters, der körperlichen Verfassung, der sexuellen Orientierung, des Aussehens oder sonstiger persönlicher Eigenschaften diskriminiert werden. Ebenso dulden wir keine Diskriminierung aufgrund der Mitgliedschaft in Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertretungen. Wir streben ein offenes, faires und wertschätzendes Miteinander an. Alle Unternehmensbereiche haben diese Grundsätze in ihren Verhaltenskodizes verankert. Fresenius Kabi hat gemeinsame Unternehmenswerte für alle Beschäftigten formuliert, die zum weltweit einheitlichen Verständnis der Unternehmenskultur beitragen. Sie unterstreichen die Bedeutung respektvoller Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Werte sind auch Teil des Verhaltenskodex und des Qualitätsmanagementhandbuchs von Fresenius Kabi. Fresenius Helios legt beson­deren Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für Beschäftigte in Schichtarbeit oder mit Rufbereitschaft, und bietet bzw. unterstützt Kinderbetreuung; damit will das Unternehmen für mehr Chancengleichheit im Berufsalltag sorgen. Mit diesen und weiteren beispielhaften Maßnahmen fördern wir eine diskrimi­nierungsfreie Unternehmenskultur bei Fresenius.

  • Sichere Arbeitsbedingungen schaffen

    Wir tragen Sorge dafür, dass die notwendigen Arbeits­sicherheitsmaßnahmen getroffen werden und die Arbeitsbedingungen für alle unsere Beschäftigten fair und sicher sind. Wir wollen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen gesunden und produktiven Arbeitsplatz bieten.

  • Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivvereinbarungen respektieren

    Wir respektieren die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im Rahmen der lokalen Gesetze Gewerkschaften beitreten, Arbeitnehmervertretungen gründen und sich über diese in Kollektivverhandlungen engagieren. Wie im Verhaltenskodex beschrieben, fördern wir eine offene und direkte Kommunikation mit allen Beschäftigten und stellen uns bewusst gegen Diskriminierung. Niemand darf am Arbeitsplatz aufgrund der Mitgliedschaft in Gewerkschaften oder Arbeitnehmervertretungen diskriminiert werden.

  • Personenbezogene Daten schützen

    Wir respektieren die Privatsphäre aller Menschen und fühlen uns deshalb auch verantwortlich für den Schutz der personenbezogenen Daten unserer Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Kundengruppen und Lieferanten. Zugleich erwarten unsere ­Patientinnen und Patienten einen angemessenen Schutz ihrer personenbezogenen Daten. Unserer Verantwortung im Rahmen dieses besonderen Vertrauensverhältnisses sind wir uns bewusst. Unsere Prozesse im Umgang mit Patientendaten gestalten wir entsprechend. Alle Unternehmensbereiche und die Fresenius SE & Co. KGaA ver­fügen über umfassende Datenschutz-Management-­Systeme, die den sorgfältigen Umgang mit den uns zur Verfügung gestellten Daten sicherstellen.

  • Einfluss auf unsere Umwelt beachten

    Teil unserer gemeinsamen Verantwortung ist auch, die Natur als Lebensgrundlage zu schützen, Ressourcen zu schonen und unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu bewahren. Wir betrachten es deshalb als selbstverständlich, alle für uns geltenden gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Darüber hinaus entwickeln wir unsere Umweltschutzmaßnahmen stetig weiter. Weitere Ausführungen dazu finden Sie im Abschnitt Umwelt.

  • Verantwortung in der Lieferkette übernehmen

    Wir erwarten von unseren Lieferanten und Geschäftspartnern, dass sie sich zu ethischen Verhaltensstandards im täglichen Geschäft und gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Gesellschaft und der Umwelt ver­pflich­ten. Das beinhaltet u. a. die oben beschriebenen Handlungsfelder in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte. Weitere Informationen dazu, wie wir Verantwortung in der Lieferkette übernehmen, finden Sie im Abschnitt Lieferkette.

Bei unserer Menschenrechtserklärung handelt es sich um eine Selbstverpflichtung, die für alle Unternehmensbereiche und die Fresenius SE & Co. KGaA gilt. Sie ergänzt die Bekenntnisse und Prinzipien zur Achtung von Menschenrechten, die alle Unternehmensbereiche in ihren Verhaltenskodizes festgelegt haben.

Die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten hat für uns höchste Priorität. Millionen von ihnen verlassen sich weltweit auf die Qualität unserer Versorgung. Daher gilt für alle Unternehmensbereiche: Sobald wir Hinweise auf Mängel oder Einschränkungen bei unseren Produkten, Therapien oder Prozessen erkennen, machen wir diese transparent und ergreifen die erforderlichen Maßnahmen. Auch bei der Durchführung von klinischen Studien genießt die Patientensicherheit höchste Priorität. Wir erfüllen ethische, medizinische und rechtliche Anforderungen und reagieren, sobald es Hinweise auf Abweichungen gibt. Wir sorgen mit regelmäßigen Präsenz- oder Online-Schulungen zum jeweiligen Verhaltenskodex dafür, dass unsere Werte und Verhaltensgrundsätze fest im Bewusstsein unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Führungskräfte verankert bleiben.

Die operative Umsetzung und Überprüfung dieser Aktivitäten liegen in der Verantwortung der entsprechenden Funktionen in den Unternehmensbereichen. Maßnahmen wie Schulungen zu den Verhaltenskodizes und Möglichkeiten zur Meldung von Fehlverhalten und Verstößen werden durch die Compliance-Management-Systeme unterstützt (Details siehe im Kapitel Richtig handeln). Zudem finden risikobasierte Überprüfungen auch im Rahmen interner Audits statt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Unternehmensbereiche und der Fresenius SE & Co. KGaA sowie externer Partner können auf mögliche Verstöße, auch zu Aspekten der Menschenrechte, über Hinweisgebersysteme oder speziell hierfür eingerichtete E-Mail-Adressen hinweisen. Darüber hinaus können Beschäftigte ihre Anliegen direkt bei ihren Vorgesetzten vorbringen. Weitere Informationen zu den Meldemöglichkeiten enthält der Abschnitt Compliance-Management-Systeme. Sofern wir Kenntnis von möglichen Verstößen erlangen, treffen wir entsprechende Vorkehrungen.

Wir nehmen die Ergebnisse der internen Überprüfungen sowie Hinweise zum Anlass, unsere Unternehmensprozesse zu überprüfen und Korrektur- oder Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen.

Im vergangenen Geschäftsjahr sind keine Ereignisse mit wesentlichen negativen Auswirkungen bekannt geworden, die unserem Ziel der Achtung der Menschenrechte entgegenstehen.

Weiterführende Informationen finden Sie im Nichtfinanziellen Bericht.